G-8-Gipfel in Heiligendamm: Polizei soll Tornados eigenmächtig angefordert haben
zuletzt aktualisiert: 22.07.2007 - 15:26Hamburg (RPO). Der umstrittene Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm hat offenbar ohne Wissen des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden. Nach einem Medienbericht hat die Polizei in Rostock die Maschinen eigenmächtig angefordert.
Die Behörde von Minister Lorenz Caffier (CDU) sei über fünf zusätzliche Flüge nicht informiert gewesen, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf das Ministerium. "Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern war über die zusätzlichen notwendigen Aufklärungsmissionen sowie über die Aufklärungsräume und Strecken vorab nicht informiert", teilte das Ministerium demnach mit.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte zwei Erkundungsmissionen der Luftwaffe genehmigt. Tatsächlich wurden fünf weitere Missionen geflogen, das Ministerium wurde erst eine Woche nach Ende des Gipfels darüber informiert.
Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz kritisierte den Einsatz: "Weder Jung noch Caffier geben hier ein gutes Bild ab", wurde er zitiert. Der Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde sagte dem Blatt: "Unglaublich, dass so etwas jenseits aller Befehlsstränge passieren kann."
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