Schwere Vorwürfe: Polizistinnenmord: Gab Oettinger Interna preis?
zuletzt aktualisiert: 26.04.2007 - 16:15Stuttgart (RPO). Wenige Tage nach dem Eklat um die Trauerrede für Hans Filbinger könnte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger erneut in Bedrängnis geraten: Möglicherweise hat Oettinger im Fall des Polizistinnenmordes von Heilbronn Ermittlungsdetails öffentlich gemacht, die die Polizei streng geheim halten wollte.
Oettinger hatte nach Angaben des parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Landtagsfraktion, Reinhold Gall, dem SWR am Donnerstag mitgeteilt, dass die Ermittler von mindestens zwei Tätern ausgingen, dass die Kugeln aus zwei verschiedenen Waffen stammten und dass es sich um einen kaltblütigen Racheakt gegen die Landespolizei handle.
Laut Gall habe die Landespolizei auf Nachfragen von Journalisten dann Oettingers Informationen notgedrungen zu einem Zeitpunkt bestätigen müssen, zu dem sie diese Details eigentlich der Öffentlichkeit noch vorenthalten wollte, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Gall forderte den Ministerpräsidenten deshalb auf, umgehend zu erklären, "ob er tatsächlich Ermittlungsdetails ausgeplaudert hat, die die Polizei strikt geheim halten wollte und bis zu seinen Äußerungen auch geheim gehalten hat".
Erst vor wenigen Tagen war Oettinger in die Schlagzeilen geraten, weil er bei der Trauerrede für seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Filbinger gesagt hatte, Filbinger sei ein Gegner des NS-Regimes gewesen. Das hatte eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Filbinger hatte im Dritten Reich als Richter Todesurteile unterzeichnet. Nach mehreren Tagen nahm Oettinger seine Äußerungen zurück.
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