Rückblick Die Bundeskanzlerin gratuliert Wulff im Juni 2010 zur Wahl durch die Bundesversammlung. Sie hatte den 51-Jährigen nach dem überraschenden Rücktritt von Horst Köhler zum Kandidaten gemacht.
Allerdings verlief die Wahl nicht ganz reibungslos. Obwohl das bürgerliche Lager über die erforderliche absolute Mehrheit verfügte, fiel Wulff in den ersten beiden Wahlgängen durch. Beobachter werteten das Abstimmunsverhalten als Denkzettel unzufriedener Konservativer in Richtung der Kanzlerin.
Einer der Schwerpunkte von Wulffs Amtszeit ist die Integration der ausländischen Mitbürger. In einer Rede bezeichnete er den Islam als einen Teil Deutschlands, wofür er sowohl Kritik als auch Zuspruch erhielt. Hier ist er bei seinem Türkei-Besuch zu sehen.
Wulffs Amtszeit ist affärenbehaftet: Seit Dezember 2010 steht Wulff in der Kritik wegen Unklarheiten um einen Kredit über 500.000 Euro sowie wegen versuchter Einflussnahme auf die Pressefreiheit. Zuvor sorgte schon Wulffs Verhältnis zu dem Unternehmer Carsten Maschmeyer, mit dem er seit Jahren befreundet ist, für Kontroversen.
Wulff legte eine steile Karriere in der CDU hin: Landesvorstand 1984, seit 1994 Landesvorsitzender. Seit dem 7. November 1998 ist Wulff einer von vier stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Christdemokraten.
Christian Wulff ist zum zweiten Mal verheiratet. 2008 trat er mit Bettina Körner vor den Traualtar. Inzwischen haben die beiden einen zweijährigen Sohn.