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Streit um Entschädigungsforderungen wird schärfer: "Preußische Treuhand" fordert Rücktritt Steinbachs

zuletzt aktualisiert: 13.09.2004 - 13:49

Köln (rpo). An Erika Steinbach scheiden sich die Geister. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen ist wegen ihrer energischen Forderungen gefürchtet. Doch anderen geht sie nicht weit genug. Jetzt gibt es sogar erste Rücktrittsforderungen.

Der Aufsichtsratschef der Vereinigung "Preußische Treuhand", Rudi Pawelka, legte Steinbach den Verzicht auf ihr Amt nahe. "Sie vertritt nicht mehr die Mehrheit des Verbands", sagte Pawelka im "Kölner Stadtanzeiger". Steinbach hatte sich von der "Preußischen Treuhand" distanziert, die im Herbst vor polnischen Gerichten und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Rückgabe verlorenen Eigentums einklagen will.

In Polen hatten diese Pläne helle Empörung ausgelöst. Als Reaktion verabschiedete das polnische Parlament am Freitag einen Beschluss, mit dem die eigene Regierung aufgefordert wurde, von Deutschland Kriegsentschädigungen zu verlangen.

Pawelka sagte, seine Organisation treffe keine Schuld an dieser Entwicklung: "Unsere Forderungen sind legitim." Empörung könne kein Grund sein, auf sein Recht zu verzichten. Aussiedler und Vertriebene seien in Polen wegen ihrer Abstammung "anderen gegenüber bei der Restitution benachteiligt".

Unterdessen unterzeichneten rund 70 Deutsche eine Erklärung, in der sie auf früheres Eigentum verzichten. Dies sei ein Versuch, "die unheilvolle Spirale gegenseitiger Forderungen anzuhalten, die sich vor allem im deutsch-polnischen Verhältnis entwickelt hat", sagte die Initiatorin, die Berliner Autorin Helga Hirsch.

Nach ihren Angaben unterschrieben die Erklärung unter anderen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann. Hirsch rief dazu auf, der zunehmenden Polarisierung zwischen beiden Staaten entgegenzuwirken.

Quelle: ap

 
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