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Umstrittenes Atommülllager: Radioaktive Tierkadaver in Asse gelagert

zuletzt aktualisiert: 11.06.2009 - 18:12

Hannover (RPO). Im einsturzgefährdeten Atommülllager Asse lagern nicht nur radioaktive Abfälle, sondern auch strahlende Tierkadaver. Diese wurden in den 60er Jahren zu Versuchszwecken gebraucht, sagen die Grünen.

Nach Angaben der niedersächsischen Grünen sind in Asse auch bei Versuchen radioaktiv verseuchte Tierkadaver deponiert worden. Der spätere Betreiber von Asse habe von 1964 bis 1967 in Kooperation mit der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom an Versuchstieren die Entstehung von Strahlkrebs getestet, sagte der Landesfraktionschef der Grünen, Stefan Wenzel, am Donnerstag in Hannover. Darauf gehe wahrscheinlich die Einlagerung von Versuchstieren in Asse im Jahr 1967 zurück.

In einer wissenschaftlichen Arbeit sei von Tierversuchen zur Krebsentstehung an Affen, Schweine, Kühen, Hunden und Katzen die Rede, erklärte Wenzel. Die Versuche seien in Neuherberg bei München von einer "Versuchs- und Ausbildungsstätte für Strahlenschutz" durchgeführt worden. Aus der Institution sei dann der Asse-Betreiber Gesellschaft für Strahlenschutz (GsF) hervorgegangen. Unter ihrem späteren Namen Helmholtz Zentrum war die Forschungseinrichtung bis Ende vergangenen Jahres für das Atommülllager verantwortlich.

Vor zwei Monaten war ein 2004 erstelltes Gutachten bekanntgeworden, wonach in dem Atommülllager bei Wolfenbüttel auch rund eine Tonne Tierkadaver deponiert worden seien. In dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel wurden von 1967 bis 1978 rund 126.000 Fässer mit Atommüll eingelagert. Der niedersächsische Landtag will kommende Woche einen Untersuchungsausschuss zu dem Atommülllager einsetzen.

Quelle: AP

 
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