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Alt-Bundespräsident: Rau fehlt bei Geburtstagsempfang

zuletzt aktualisiert: 16.01.2006 - 18:25

Berlin/Düsseldorf (rpo). Ausgerechnet ohne den Jubilar hat der Geburtstagsempfang zu Ehren von Alt-Bundespräsident Johannes Rau stattgefunden. Der SPD-Politiker musste die Veranstaltung im Schloss Bellevue krankheitsbedingt absagen. Rau, der von 1978 bis 1998 Ministerpräsident von NRW war, wurde am Montag 75 Jahre alt.

Rau ist schon seit Jahren gesundheitlich schwer angeschlagen. Nach Informationen seines Büroleiters erholt sich Rau derzeit in seiner Berliner Wohnung. Bundespräsident Horst Köhler würdigte die langjährige politische Karriere seines Amtsvorgängers. "Wir danken Ihnen für alles, was Sie für Deutschland getan und erreicht haben", sagte er. Rau habe fast ein halbes Jahrhundert politische Verantwortung getragen und das Vertrauen seiner Mitbürger nie enttäuscht, betonte der Bundespräsident.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Rau "im Namen der Bundesregierung und persönlich sehr herzlich". Merkel würdigte in einem Glückwunschschreiben Raus Verdienste um Deutschland. Rau habe mit seiner Glaubwürdigkeit, einem feinsinnigen Humor und einer einfühlsamen Rhetorik den Menschen immer wieder Mut und Hoffnung gemacht, sie aber auch ebenso häufig und eindringlich an ihre Verantwortung füreinander und für Minderheiten gemahnt.

NRW-SPD-Landeschef Jochen Dieckmann hob in einem am Montag in Düsseldorf veröffentlichten Glückwunschschreiben hervor, dass Rau "mit seiner Sensibilität, seinem Einfühlungsvermögen und seiner Liebenswürdigkeit unser Land und auch die SPD über Jahrzehnte hinweg geprägt hat: politisch, kulturell und menschlich". Rau habe es als Bundespräsident und als NRW-Regierungschef verstanden, Orientierung und Halt zu geben. Die Menschen hätten ihm vertraut, weil er die Nähe zu ihnen und nicht zu den Kameras gesucht habe.

Das Land geprägt

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Hannelore Kraft, würdigte in einem Schreiben, dass das Herzensanliegen von Rau die Vereinigung Deutschlands, das Zusammenwachsen von Ost und West sowie die Versöhnung von Juden und Christen gewesen seien. Mit seiner Arbeit und seiner Persönlichkeit habe Rau das Land, die Partei und nicht zuletzt auch die Fraktion geprägt.

Im Glückwunschschreiben des Fraktionschefs der FDP im Düsseldorfer Landtag, Gerhard Papke, an Rau hieß es: "Gerade in Zeiten des schnellen gesellschaftlichen und politischen Wandels sollte die große Menschlichkeit in der Politik, für die Sie stehen, Vorbild bleiben."

Johannes Rau wurde am 16. Januar 1931 in Wuppertal geboren. 1957 trat er in die SPD ein. Im Jahre 1978 wurde Rau mit 47 Jahren zum Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt und blieb in diesem Amt zwanzig Jahre lang. 1999 wurde Rau schließlich von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. 2004 löste Köhler ihn in diesem Amt ab.

Quelle: afp

 
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