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Drei Jahre nach Tod von Johannes Rau
Rau-Tochter: "Wir trauern immer noch"

Johannes Rau - Stationen seines Lebens
Johannes Rau - Stationen seines Lebens FOTO: ap
München (RP). Vor beinahe drei Jahren ist der frühere Bundespräsident Johannes Rau gestorben. Seine Frau Christina und seine drei Kindern leiden bis heute darunter. Ihre Form des Trauerns sei, dass sie kaum ein Gespräch führe, ohne eine Anekdote über ihren Vater zu erzählen, sagte Raus 25-jährige Tochter Anna jetzt der Illustrierten "Bunte".

Gleiches beobachte sie bei ihrer Mutter Christina. "Es war ein gnädiger Tod", sagte Anna Rau rückblickend über das Sterben ihres nach langer Krankheit am 27. Januar 2006 im Alter von 75 Jahren verstorbenen Vaters. "Wir konnten richtig Abschied nehmen, es war alles ausgesprochen. Dennoch trauern wir immer noch."

Die 52-jährige Christina Rau sagte der "Bunte", der Verlust ihres Mannes sei damals so einschneidend gewesen, dass ihr erst nach Monaten bewusst geworden sei, dass ihre drei Kinder ihren Vater verloren hatten. "Nachdem ich für mich realisiert hatte, dass die Kinder nur noch mich haben, hat mir dies von meinem Schwebebereich wieder auf die Erde verholfen." Neben seiner Tochter Anna hinterließ der langjährige nordrhein-westfälische Ministerpräsident deren jüngere Geschwister Philip und Laura.

Anna Rau sitzt mittlerweile gemeinsam mit ihrer Mutter im Stiftungsvorstand der im Jahr 2000 gegründeten Johannes-Rau-Stiftung, die sich in erster Linie um Projekte in Wuppertal, der Heimatstadt Johannes Raus, kümmert. Zum Ziel gesetzt hat sich die Stiftung die Förderung mildtätiger Zwecke, von Kunst und Kultur. Auch durch die Stiftung reiße die Verbindung zu Wuppertal nicht ab, erzählte Christina Rau in einem Interview. In der Stadt an der Wupper würde das Erbe ihres Mannes sehr hochgehalten, die Anteilnahme am Tod Johannes Raus sei überwältigend gewesen und das Verhältnis zu den Menschen immer noch herzlich.

So wird die Erinnerung an Rau auch durch andere Menschen wachgehalten. Aber der ehemalige Bundespräsident war ohnehin ein Familienmensch und zeigte sich in der Öffentlichkeit gerne an der Seite seiner Tochter Anna, etwa bei den Benefiz-Galas im Berliner Schloss Bellevue. Dort präsentierte Anna Rau sogar selbst aktuelle Mode auf dem Laufsteg. Trotz der immer noch schmerzhaften Erfahrung, einen geliebten Menschen gehen lassen zu müssen, demonstriert Christina Rau im "Bunte"-Interview auch Zuversicht. Ein komplett neues Leben plane sie nicht, sagte die 52-Jährige. "Ich habe nicht das Gefühl, etwas nachholen zu müssen."

Quelle: RP
 
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