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Vorwurf der Bestechlichkeit: Razzia im Rathaus in Geldern

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 10.03.2009 - 15:57

Geldern (RP). Die Staatsanwaltschaft Kleve ermittelt gegen den Gelderner Bürgermeister Ulrich Janssen. Am Morgen wurde das Büro und das Wohnhaus Janssens durchsucht. Es geht nach Informationen unserer Redaktion um den Vorwurf der Bestechlichkeit.

Angebliche Vorwürfe gegen Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen.  Foto: RP
Angebliche Vorwürfe gegen Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen. Foto: RP

Die Stadt Geldern bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft "wegen des Anfangsverdachts für ein strafrechtlich relevantes Verhalten" ermittele, so Sprecher Herbert van Stephoudt.

Mehrere Stunden lang waren die Durchsuchungsbeamten am Morgen im Einsatz, gesichert wurden Akten und Daten. Nach Informationen unserer Redaktion soll es um ein angebliches Geschäft zwischen Bürgermeister und einer inzwischen nicht mehr existenten Firma gehen.

Diese soll vor fünf Jahren Arbeiten an Janssens Privatgrundstück ausgeführt haben; im Gegenzug soll ein mit der betroffenen Firma verzweiges Unternehmen den Zuschlag für eine Public-Viewing-Veranstaltung bekommen haben. Dieses öffentliche Fußball-Gucken fand jedoch nie statt, das Unternehmen konnte städtische Auflagen nicht erfüllen. 

Janssen, der sich zurzeit auf einem Seminar in Berlin befindet, wollte sich nicht zu den Details äußern. Er halte die Anschuldigungen für "abenteuerlich". "Die Rechnungen, die wir bekommen haben, haben wir in voller Höhe bezahlt", erklärte der Bürgermeister. 

Günter Neifer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve, hatte zunächst bestätigt, dass ein "förmliches Ermittlungsverfahren" eingeleitet worden sei.

Am Nachmittag wurde er gegenüber unserer Redaktion konkreter. Nach einem "bestehenden Anfangsverdacht" seien die "Dienst- und Privaträume" des Bürgermeisters durchsucht worden.

"Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Dienstausübung", verriet Neifer. Weitere Details wollte er jedoch nicht nennen.

Die Gelderner CDU wird heute Abend über den Verdacht gegen Bürgermeister Ulrich Janssen sprechen. Das erklärte Karl-Heinz Lorenz, Sprecher der CDU-Fraktion. Die Sitzung des Stadtverbandvorstandes sei jedoch nicht extra anberaumt worden, sondern ohnehin für heute Abend terminiert gewesen. Was sich nun ändert, ist die Tagesordnung.

"Wir sind völlig überrascht", sagte Lorenz zu den Ermittlungen gegen Janssen. Dessen Bürgermeisterkandidatur - Janssen tritt erneut für die CDU an - stellte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage.

Quelle: RP

 
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