Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Einsatz ab Sommer: Regierung schickt neue Truppen nach Afghanistan

zuletzt aktualisiert: 06.02.2008 - 18:31

Berlin (RPO). Die Regierung will weitere Truppen nach Afghanistan schicken. Die Bundeswehr soll ab Sommer die Schnelle Eingreiftruppe im Norden des Landes stellen. Dies sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Mittwoch. Keine Truppen sollen hingegen im gefährlicheren Süden eingesetzt werden.

Er kommen damit einer Bitte der Nato nach. Im Sommer solle die sogenannte Quick Reaction Force (QRF) von den Norwegern übernommen werden, sagte Jung. Nach Angaben aus Nato-Kreisen in Brüssel dürfte Deutschland 240 bis 250 Soldaten schicken.

Bislang stellt Norwegen mit rund 350 Soldaten die Schnelle Eingreiftruppe. Laut Nato-Diplomaten kann Deutschland aber auf die rund 100 Logistiker verzichten, die zu dem norwegischen Kontingent gehören. Mit dem Regionalkommando in Masar-i-Sharif hat die Bundeswehr bereits eine umfassende Logistik.

Jung lehnte zugleich erneut Forderungen von USA und NATO ab, wonach sich die Bundeswehr auch im umkämpften Süden Afghanistans engagieren soll. Die von der NATO beschlossene Aufteilung in Regionen sei "klug und richtig". Die Bundeswehr werde ihren "sehr erfolgreichen" Einsatz der "vernetzten Sicherheit" auch weiterhin im Norden fortsetzen. Jung sprach von einem Stabilisierungseinsatz mit den vier Komponenten "schützen, helfen, vermitteln und kämpfen."

Der Minister verwies ferner darauf, dass sich auch im Norden die Sicherheitslage verschärft habe. Eine Vernachlässigung des Nordens wäre ein entscheidender Fehler. Jung kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen im Raum Kunduz zu verstärken. Zudem wolle die Bundeswehr Lücken im Norden auffüllen, die Dänemark und Tschechien durch Verlagerungen von Truppen in den Süden hinterlassen.

Jung machte zugleich deutlich, dass die Bundeswehr in Notfällen zeitlich befristet auch in anderen Landesteilen Afghanistans hilft. Dies sei vom aktuellen Bundeswehr-Mandat gedeckt. "Wenn Freunde in Not sind, werden wir sie unterstützen", sagte der Minister. Er verwies ferner darauf, dass Deutschland mit "Tornado"-Aufklärungsjets und Transportflugzeugen Aufgaben in ganz Afghanistan übernimmt.

Unterdessen scheint die Bevölkerung im Norden Afghanistans mit der Arbeit der internationalen Truppen und Entwicklungsorganisationen überraschend zufrieden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Sozialwissenschaftler der Freien Universität Berlin am Mittwoch vorgestellt haben. Demnach gaben rund drei Viertel der befragten Haushalte an, dass sich die Sicherheitslage seit 2005 sehr verbessert habe.

Zu dieser Verbesserung trugen nach Überzeugung der Befragten vor allem die ausländischen Truppen bei: 80 Prozent schätzten ihren Beitrag positiv ein. "Die Afghanen sind der Meinung, dass der Staat bislang relativ wenig für die getan hat", erklärte Projektleiter Christoph Zürcher. Fortschritte in Sicherheit, Infrastruktur und Versorgung würden vor allem den internationalen Helfern zugeschrieben.

Kritik kam derweil von der International Crisis Group (ICG), die Deutschland aufforderte, auch bei Kämpfeinsätzen in Afghanistan mehr Verantwortung zu übernehmen. Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien, die sich selbst als führende NATO-Partner bezeichneten, "müssen eine größere Belastung tragen, eingeschlossen der Belastung von Kampfeinsätzen", hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie des in Brüssel ansässigen Instituts.

Quelle: ap

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Politisch Inkorrekt

Rechnen, Schreiben und Lesen wären hilfreich

Mehr als 30 000 Ausbildungsplätze in Deutschland sind derzeit nicht vergeben. In manchen Branchen suchen Unternehmen fast verzweifelt nach g ... mehr 

Obama schränkt Drohneneinsätze massiv ein

Grundsatzrede

Obama schränkt Drohneneinsätze massiv ein

US-Präsident Obama schränkt die kritisierten geheimen Drohnenangriffe gegen Terroristen mit neuen Regeln massiv ein. mehr 

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Steigende Meerespegel bedrohen Touristen-Paradies in Senegal

Früher war Ameth Diagne Dorfchef, hier an Senegals Nordküste. Aber jetzt ist sein Haus überflutet. Das ganze Dorf, in dem 800 Menschen ... mehr 

Politisch Inkorrekt

Rechnen, Schreiben und Lesen wären hilfreich

Mehr als 30 000 Ausbildungsplätze in Deutschland sind derzeit nicht vergeben. In manchen Branchen suchen Unternehmen fast verzweifelt nach geeigneten Bewerbern. Doch vielen jungen Leuten fehlen die einfachsten Voraussetzungen. mehr

 

Die SPD feiert 150. Geburtstag

"Das ist ein wunderbares Programm"

 

Aber strengere Kontrollen angemahnt

Experten empfehlen Einsatz von V-Leuten

 

Zehn Prominente zum SPD-Jubiläum

Sticheleien von Herzen

 

Philipp Rösler herzt Bild-Chef Kai Diekmann

Eine Umarmung löst Befremden aus

 
Top-Services
 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE