Gelöbnis vor dem Reichstag: Rekruten fühlen sich allein gelassen
zuletzt aktualisiert: 18.07.2008 - 17:03Berlin (RPO). Lange war über das feierliche Gelöbnis von 500 Bundeswehrrekruten vor dem Berliner Reichstag diskutiert worden. Jetzt soll es am Sonntag tatsächlich stattfinden. Altkanzler Helmut Schmidt wird sprechen. Politische Prominenz bleibt der Veranstaltung weitestgehend fern. Die Soldaten und Soldatinnen sind enttäuscht.
Neben Verteidigungsminister Franz Josef Jung haben sich nach Auskunft seines Ministeriums die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Ulrike Merten, und der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe angemeldet. Das Kanzleramt werde durch Staatsministerin Hildegard Müller vertreten.
Darüber hinaus hätten sich zwölf Bundestagsabgeordnete angemeldet, sagte Verteidigungssprecher Christian Dienst am Freitag. Er betonte, dass die Parlamentarier auch unangemeldet und in letzter Minute zu der Veranstaltung kommen können.
Weil es in der Vergangenheit immer wieder Störungen und Störversuche bei Gelöbnissen gegeben hat, wird die Polizei die Straßenzüge um das Reichstagsgebäude sperren. Rund 1.800 Polizisten sollen dafür sorgen, dass der feierlich Appell auf dem Platz der Republik ungestört ablaufen kann. Zwei Gegendemonstrationen sind bereits angekündigt.
Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Robbe, äußerte sich enttäuscht über die Vielzahl urlaubsbedingter Absagen. Robbe sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Soldaten hätten verdient, dass viele Gäste aus der Politik kommen - auch, wenn Urlaubszeit ist."
Altkanzler Schmidt als Festredner
Nach Informationen des Blattes wird außer dem Verteidigungsminister kein weiteres Kabinettsmitglied erscheinen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) seien ebenso verhindert wie Hamburgs Bürgermeister, Bundesratspräsident Ole von Beust (CDU), der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).
Um das feierliche Gelöbnis vor dem Reichstag hatte es zuvor Streit gegeben. Die Berliner Stadtverwaltung lehnte die Veranstaltung auf dem Rasen vor dem Reichstag mit Verweis auf die Strapazierung der Grünflächen zunächst ab, genehmigte sie nach heftigen Protesten dann aber doch.
Die Zeremonie mit einigen tausend Gästen findet am Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli statt. Altkanzler Helmut Schmidt soll in diesem Jahr die Festrede halten.
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