Antworten zu Alterssicherung: Rente mit 67 Jahren bleibt
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 23.06.2009 - 06:33(RP). In der SPD ist eine Debatte über den Renteneintritt mit 67 Jahren entbrannt. Die Parteiführung will an dem Gesetz aber nicht rütteln.
Wer muss bis zu seinem 67. Geburtstag arbeiten?
Um ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen, müssen alle Arbeitnehmer, die 1964 oder später geboren wurden, bis 67 Jahre arbeiten. Das Renteneintrittsalter wird ab 2012 schrittweise angehoben. Für die Jahrgänge ab 1947 steigt das Renteneintrittsalter Jahr für Jahr um jeweils einen Monat. Ab dem Jahrgang 1959 geschieht dies in Zweimonatsschritten.
Was geschieht, wenn ein Arbeitnehmer doch schon mit 65 in den Ruhestand gehen möchte?
Wer sich vor dem regulären Renteneintrittsalter aus der Erwerbstätigkeit verabschieden möchte, muss Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat, den er früher geht, in Kauf nehmen. Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat theoretisch Anspruch auf 1000 Euro Rente monatlich, geht aber zwei Jahre früher in Ruhestand. Dann sinken seine Altersbezüge um 72 Euro monatlich – und zwar dauerhaft.
Gilt das auch für Versicherte mit 45 Beitragsjahren?
Wer mindestens 45 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat, kann mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Angerechnet werden dafür auch Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen.
Und die Beamten?
Auch die Staatsdiener müssen für ihre vollen Pensionen künftig bis 67 arbeiten. Dies ist in einem eigenen Gesetz geregelt.
Warum wurde die Rente ab 67 eingeführt?
Der Altersaufbau der Bevölkerung ändert sich dramatisch. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis 64 Jahre um fünf Millionen au+f dann 45 Millionen Menschen zurückgehen. Im gleichen Zeitraum steigt die Zahl der Bürger über 65 Jahre um mehr als sechs Millionen auf dann 22 Millionen Menschen. Da das Rentensystem umlagefinanziert ist, also die Arbeitnehmer die Renten zahlen, musste angesichts dieser Altersverschiebung in der Bevölkerung ein Ausgleich geschaffen werden.
Ist die Rente denn damit sicher?
Die Rente ab 67 ist eine von zahlreichen Rentenreformen der vergangenen Jahre. Auch die Einführung der staatlich geförderten Riesterrente und die Aufnahme eines Nachhaltigkeitsfaktors zur Berechnung der Renten zählen dazu. Das deutsche Rentensystem ist nach wie vor eine solide Sozialversicherung. Doch sie kann immer weniger allein den Menschen ihr Einkommen im Ruhestand sichern. Das Rentenniveau wird in Zukunft sinken. Bis 2030 wird die durchschnittliche Rente im Vergleich zu heute um etwa 15 Prozent geringer ausfallen. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten möchte, muss privat vorsorgen.
Bleiben die Beiträge zur Rentenversicherung stabil?
Bis zum Jahr 2020 soll der Beitragssatz 20 Prozent nicht überschreiten. Im Jahr 2030 soll er bei höchstens 22 Prozent liegen. Aktuell beträgt er 19,9 Prozent. Wegen der guten Kassenlage der Rente rechnete die Rentenversicherung noch im Herbst 2008 damit, dass der Beitragssatz 2012 auf 19,2 Prozent sinken könnte, bevor er auf längere Sicht wieder steigt. Angesichts der Wirtschaftskrise ist diese Voraussage allerdings unsicher geworden.
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