Nach Zwischenhoch wieder Abwärtstrend: Rentenversicherung: Das Geld wird knapper
zuletzt aktualisiert: 12.06.2004 - 20:34Hamburg (rpo). Offenbar sind die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung laut eines Medienberichtes im Mai überraschend stark gesunken. Nun werde es wieder wahrscheinlicher, dass der Rentenkasse im Jahresverlauf das Geld ausgehe.
Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die neuesten Zahlen des Verbandes Deutscher Rentenversicherer (VDR) berichtete, lagen die Einnahmen zwei Prozent unter dem Mai-Wert des vergangenen Jahres. Insgesamt hätten die gesetzlichen Rentenversicherer von Januar bis Mai nur 0,1 Prozent mehr eingenommen als im Vorjahreszeitraum.
Noch im Mai hatte Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) mit Blick auf die positiveren Zahlen aus dem April von einer Besserung der Lage gesprochen. Zuvor hatte bereits das erste Quartal ein Finanzloch angedeutet: Im Januar lagen die Einnahmen laut VDR 1,2 Prozent, im Februar 0,5 und im März 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im April waren sie dann um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Geht der Rentenkasse das Geld aus?
Dem Bericht zufolge betrug die Schwankungsreserve Ende Mai nur noch 0,28 Monatsausgaben. Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Gagfah liege sie sogar nur noch bei 0,16 Monatsausgaben, was 2,5 Milliarden Euro entspreche. Nun werde es wieder wahrscheinlicher, dass der Rentenkasse im Laufe des Jahres das Geld auszugehen könne. Dann müsste der Bund für die Finanzierung der Rente mit Steuergeldern einspringen.
Der Sprecher des Bundessozialministeriums, Klaus Vater, betonte in einem AP-Gespräch: "Wir gehen davon aus, dass sich die Beitragseinnahmen in den kommenden Monaten weiter verbessern werden." Es habe jedes Jahr in einzelnen Monaten Ausreißer bei den Beitragseinnahmen begeben. Um einen solchen Ausreißer handle es sich offensichtlich auch hier. Ein möglicher Effekt könne gewesen sein, dass "von sechs beschäftigungsrelevanten Feiertagen im bisherigen Jahresverlauf alleine drei auf den Mai entfallen" seien. Sorgen um die Beitragssatzstabilität hält Vater für unbegründet: "Wir halten den Beitragssatz von 19,5 Prozent."
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