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80,8 Milliarden Euro an Rentenkasse: Rentenzuschuss des Bundes steigt auf Rekordhoch

zuletzt aktualisiert: 15.08.2010 - 14:11

Berlin (RPO). Der Zuschuss des Bundes an die gesetzliche Rentenversicherung steigt in den nächsten Jahren auf immer neue Rekordwerte. Eine Zeitung berichtete unter Berufung auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums, im laufenden Jahr würden 80,8 Milliarden Euro an die Rentenkasse überwiesen. Das sei der bisher höchste erzielte Wert.

Für 2011 rechnet das Finanzministerium demnach mit einem Rückgang auf 80,1 Milliarden Euro, dann aber 2012 wieder mit einem Anstieg auf 80,9 Milliarden Euro. In den Jahren 2013 und 2014 erwarten die Ministeriumsbeamten laut "Bild" noch Überweisungen an die Rentenversicherung von 81,6 Milliarden Euro und 82,7 Milliarden Euro.

Der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen wies im Magazin "Focus" darauf hin, dass die Rentenkassen insgesamt die Finanzkrise gut überstanden hätten. Bis zum Jahr 2050 seien insgesamt Verluste von 200 Milliarden Euro zu erwarten. Das scheine zwar sehr viel zu sein, müsse aber im Verhältnis zum Gesamtvolumen der Altersrenten von 6,7 Billionen Euro gesehen werden. Raffelhüschen bezifferte gleichwohl die zu erwartende reale Leistungsminderung mit bis zu drei Prozent.

In der SPD-internen Debatte um die Rente mit 67 verteidigte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erneut im Grundsatz die bestehende Regelung. "Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist notwendig", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" vom Sonntag. Steinmeier räumte allerdings ein, der Beginn der Einführung der Rente mit 67 könne nicht losgelöst von der Arbeitsmarktlage betrachtet werden. Eine Verschiebung der ersten Schritte zur Rente mit 67 sei daher eine "denkbare Möglichkeit".

SPD-Fraktionsvize Olaf Scholz plädierte ebenfalls im Grundsatz für eine längere Lebensarbeitszeit, verwies aber auch auf die noch zu geringen Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer. "Solange deren Erwerbsquote so gering ist, kann man die Regelaltersgrenze nicht anheben", sagte Scholz der "Welt am Sonntag".

Die SPD will auf ihrem Parteitag Ende September über die Rente mit 67 beraten. SPD-Vize Klaus Wowereit hatte sich für eine Rücknahme der Entscheidung für das höhere Renteneintrittsalter ausgesprochen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich dafür aus, die bestehende Regelung zunächst nicht anzuwenden.

Quelle: AFP

 
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