Koalitionspläne: Rentner sollen mehr dazuverdienen dürfen
zuletzt aktualisiert: 31.01.2011 - 06:31Berlin (RPO). Viele Ruheständler können ihre Renten künftig deutlich stärker aufbessern als bisher. Einem Medienbericht zufolge haben sich die Fachpolitiker von Union und FDP auf die Änderung der Zuverdienstgrenzen verständigt. Wer vor 65 in Altersrente geht, soll künftig so viel dazuverdienen können, bis das letzte Bruttogehalt erreicht ist.
Die Neuregelung erlaube zum Beispiel einer Verkäuferin mit einem Bruttogehalt von zuletzt 2200 Euro im Monat und einer Altersrente von 730 Euro einen Zuverdienst bis zu 1470 Euro monatlich, ohne Einbußen bei der gesetzlichen Rente hinnehmen zu müssen. Bisher sind nur maximal 400 Euro Zuverdienst pro Monat zulässig. Einnahmen darüber werden mit der Rente verrechnet.
Von der Änderung dürften jedes Jahr weit mehr als 300.000 Neurentner profitieren, heißt es laut einem "Bild"-Bericht in der Koalition. Das ist jeder zweite. In den nächsten Monaten soll ein entsprechendes Gesetz erarbeitet werden. Die Neuregelung soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden.
Unberührt bleiben die Vorschriften für Ruheständler ab 65. Sie können schon heute unbegrenzt dazuverdienen.
Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat eine Neuorientierung der deutschen Rentenpolitik angeregt. Der Ausstieg aus dem Arbeitsleben müsse künftig flexibel gestaltet werden, sagte Schneider der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Montagausgabe). "Das sollten wir nach der Anzahl der Beitragsjahre richten."
Nach den Vorstellungen des Ministers könnte zum Beispiel jeder, der 45 Jahre in die Rentenversicherung gezahlt hat, ohne Abschläge in den Ruhestand. Wer dagegen länger arbeiten möchte und kann, der könnte dies ebenfalls.
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