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Telekom-Prozess startet heute: Ricke und Zumwinkel sagen aus

zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 07:24

Bonn (RPO). Vor dem Landgericht Bonn beginnt heute der Prozess um die Spitzel-Affäre der Telekom. Die vier Angeklagten sollen 2005 und 2006 illegal Telefondaten von Aufsichtsräten, Gewerkschaftern und Journalisten erfasst haben.

Grund der Aktion, von der laut Staatsanwaltschaft rund 60 Personen betroffen waren, war ein Magazinbericht über die vertrauliche Planung des Konzerns. Die Sicherheitsabteilung der Telekom soll daraufhin vom Vorstand beauftragt worden sein, den in den Reihen des Aufsichtsrats vermuteten Informanten zu ermitteln.

Angeklagt sind nun drei ehemalige Telekom-Mitarbeiter und der Chef eines Berliner Unternehmens, das im Auftrag der Telekom die illegal beschafften Daten ausgewertet haben soll.

Ihnen wird Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz, Verletzung des Fernmeldegeheimnisses sowie Untreue, Beihilfe dazu und versuchte Erpressung vorgeworfen. Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts hat bislang zwölf Sitzungstermine bis Ende Oktober angesetzt.

Nicht angeklagt sind dagegen der frühere Konzern-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel und Ex-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke, in deren Amtszeit die Ereignisse fielen.

Die Staatsanwaltschaft konnte die Einlassung der beiden Manager, keine Kenntnis von dem illegalen Vorgehen gehabt zu haben, nicht hinreichend widerlegen. Sowohl Ricke als auch Zumwinkel sind nach Angaben des Gerichts aber für den 6. Oktober als Zeugen geladen.

Nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatt" will sich der Hauptangeklagte und ehemalige Abteilungsleiter der Telekom-Konzernsicherheit vor Gericht zu den Tatvorwürfen äußern. "Mein Mandant wird umfänglich aussagen", zitierte das Blatt dessen Anwalt.

Sollte der Prozess Beweise für eine Mitschuld von Zumwinkel und Ricke liefern, könnten die Ermittlungen gegen sie "jederzeit" wieder aufgenommen werden, sagte Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dem "Handelsblatt".

Quelle: DDP/csi

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