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Versicherer warnen vor "Zwangsrente": Riestern soll Pflicht werden

zuletzt aktualisiert: 24.10.2005 - 07:10

Hamburg (rpo). Die bisher freiwillige "Riester-Rente" soll für alle Bürger obligatorisch werden. Die zusätzliche private Altersvorsorge in Zukunft verpflichtend werden, weil in der gesetzlichen Rentenversicherung weitere Einschnitte und Nullrunden als unausweichlich gelten. Über Einzelheiten und mögliche Ausnahmen bei bestehenden Betriebsrentenansprüchen und anderen Vorsorgemöglichkeiten soll demnach in den kommenden Arbeitsgruppengesprächen beraten werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lehnt einen Zwang zur Privatvorsorge entscheiden ab. "Eine Riester-Pflicht bringt nur noch mehr Bürokratie und Kosten", sagte GDV-Sprecherin Gabriele Hoffmann. Geringverdiener würden auch mit einer Zwangsrente nicht erreicht, weil sie häufig keinen festen Arbeitsplatz haben.

Genau um diese Verbraucher gehe aber bei der "Riester-Rente". Auch der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, Bernd Katzenstein, warnt: "Eine Zwangsrente wäre der völlig falsche Weg.

Eine pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters würde nur dazu führen, dass für alle, die vorher Rente beziehen müssten, die Rentenabschläge dramatisch steigen und sich damit Altersarmut stärker ausbreiten würde, sagte Engelen-Kefer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Dies würde dann auch jene treffen, die arbeiten wollten, aber etwa aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Arbeitslosigkeit gar keine Chance dazu hätten, fügte sie hinzu. Deshalb und wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit seien sich DGB und alle Einzelgewerkschaften einig bei der Ablehnung eines höheren gesetzlichen Rentenalters.

"Deutliche Sympathien" gebe es bei den Gewerkschaften hingegen für die Forderung der CDU-Sozialausschüsse und ihres Vorsitzenden Karl-Josef Laumann, langjährig Versicherten bereits den Renteneintritt mit 63 Jahren zu ermöglichen, zitierte das Blatt die SPD-Politikerin weiter. Eine solche Möglichkeit solle all jenen eingeräumt werden, die mehr als 44 Beitragsjahre hätten. Um Frauen nicht zu diskriminieren, müssten ihnen für den früheren Renteneintritt aber Zeiten der Kinderbetreuung und der Pflege höher als bisher angerechnet werden, fügte Engelen-Kefer hinzu. Sonst kämen die wenigsten Frauen in den Genuss dieser vorzeitigen Rente nach einem langem Arbeitsleben.

Quelle: afp

 
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