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"Unsere Wirtschaft ist robust": Rösler rechnet nicht mit Rezession

zuletzt aktualisiert: 27.12.2011 - 11:32

Berlin (RPO). Bundesregierung und Wirtschaftsexperten sind sich einig: Trotz Schuldenkrise und weltweiter Konjunkturflaute bleibt Deutschland eine Rezession erspart. Zu dieser Einschätzung kommt Wirtschaftsminister Rösler und der Ökonom Franz.

Zwar werde das Bruttoinlandsprodukt 2012 mit 0,5 Prozent nur etwa halb so stark wachsen wie vom Sachverständigenrat noch im November vorhergesagt, räumte dessen Chef Wolfgang Franz ein. "Aber eine Rezession befürchte ich nicht - erst recht nicht eine so starke wie 2009, als das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent absackte", sagte Franz dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Die Zahl der Beschäftigten sei so hoch wie nie, die Kapazitäten der Industrie überdurchschnittlich ausgelastet, die Unternehmen gesund und zuversichtlich. "Deutschland geht es gut, noch jedenfalls", sagte Franz.

Der Ökonom Wolfgang Franz. Foto: ddp, ddp

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Wirtschaftsminister Philipp Rösler. "Unsere Wirtschaft zeigt sich ausgesprochen robust, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld sowohl auf internationaler als auch auf europäischer Ebene schwieriger geworden ist", sagte der FDP-Vorsitzende dem selben Blatt. Die Binnenkonjunktur stütze das Wachstum mehr und mehr. "Wir sind bestens gerüstet, um die zu erwartende wirtschaftliche Eintrübung im Winterhalbjahr zu bewältigen", sagte Rösler. Mit der Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Sanierung des Staatshaushalts könne die Bundesregierung die Wachstumskräfte im kommenden Jahr stärken.

Kritik an Lagarde

Franz übte scharfe Kritik an der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die kürzlich vor einer Weltwirtschaftskrise wie in den 30er-Jahren gewarnt hatte: Es sei zwar richtig, auf Risiken hinzuweisen, sagte Franz. "Aber Rezessionen lassen sich auch herbeireden. Frau Lagarde wäre wirklich gut beraten, bei ihrer Wortwahl zurückhaltender zu sein", warnte Franz, der auch Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ist. Wenn die öffentliche Debatte anhalte, fürchteten viele Unternehmen, "dass irgendwann eine Kette von Bremsmanövern in Gang gesetzt wird".

Investitionen würden zurückgestellt, die Personalpolitik würde vorsichtiger gestaltet - "und dann hätten wir möglicherweise eine Rezession", warnte Franz.

Das Ifo-Geschäftsklima - der zuverlässigste Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft - hatte zuletzt zweimal in Folge leicht zugelegt. Auch der Einzelhandel meldete zuletzt gute Geschäfte, was einen steigenden Konsum signalisiert.

Quelle: REU

 
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