"Ausgleich für viele Belastungen": Rösler will Kuren für pflegende Angehörige
zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 - 09:32Berlin (RPO). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will für pflegende Angehörige Kuren nach dem Vorbild der Mutter-Kind-Kuren einführen. "Wir alle kennen die Mutter- beziehungsweise Vater-Kinder-Kuren", sagte Rösler in einem Interview.
"Wir brauchen so etwas auch für erwachsen gewordene Kinder, die zu Hause ihre pflegebedürftigen Eltern versorgen." So könne für beide gemeinsam ein Ausgleich für die physischen und psychischen Belastungen geschaffen werden, sagte Rösler der "Bild am Sonntag".
Rösler plant zudem, die Pflegezeiten von Angehörigen bei der Rente stärker zu berücksichtigen als bisher. "Bei der Pflege gibt es heute für ein Jahr Pflegezeit selten mehr als 20 Euro an späterer Rente", sagte er. "Das ist zu wenig. Da müssen wir gemeinsam nach besseren und bezahlbaren Lösungen suchen."
Um die Betreuung von Demenzkranken zu verbessern, kündigte Rösler eine Neuordnung der drei Pflegestufen an. "Wir wollen weg von der Minutenpflege, die vorschreibt, wie viel Zeit der Pfleger fürs Waschen, Anziehen und Füttern hat", sagte er. Ein Demenzkranker brauche wegen der fehlenden geistigen Fähigkeit viel mehr Zuwendung. "Dafür wollen wir die Pflegeeinstufungen völlig neu gestalten", sagte Rösler.
Wie viel die Reform der Pflegeversicherung die Beitragszahler kosten wird, kann der Minister nach eigenen Worten noch nicht abschätzen. "Wie viel es kostet, kann erst dann seriös berechnet werden, wenn klar ist, welche Verbesserungen kommen werden", sagte er. Nicht alles Wünschenswerte sei auch bezahlbar.
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