Treffen mit Landesgesundheitsministern: Rösler will Schweinegrippe-Impfaktion optimieren
zuletzt aktualisiert: 07.11.2009 - 14:51Berlin (RPO). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will kommende Woche mit den Gesundheitsministern der Länder die Impfaktion gegen die Schweinegrippe optimieren.
Dazu will Rösler die Ministerkollegen zum Gespräch nach Berlin bitten, sagte er der "Bild"-Zeitung. Bereits am Montag soll es eine Telefon-Konferenz geben. "Ich möchte mich bei meinen Länderkollegen über ihre Erfahrungen vor Ort informieren, um herauszubekommen, wo es mögliche Schwachstellen zum Beispiel bei der Versorgung mit Impfstoff geben könnte", erklärte der Bundesminister.
"Unser Ziel ist, gemeinsam für den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung zu sorgen." Rösler betonte allerdings, die Impfaktionen der Länder seien gut angelaufen. "Schritt für Schritt werden die Bürger geimpft. Wie die Experten empfehlen, werden zuerst das Gesundheitspersonal und chronisch Kranke geimpft, dann jeder, der will."
Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich nach Informationen der "Bild" bei ihrem Hausarzt mit Pandemrix impfen, das ist der Impfstoff mit Wirkverstärkern, der allen Bürgern zur Verfügung steht.
Impfstoff-Engpass in mehreren Bundesländern
Wegen der Engpässe beim Schweinegrippe-Impfstoff fordert Rößler größere Anstrengungen von der Pharmabranche. "Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Durch die Verbesserung des Produktionsverfahrens sei es gelungen, die Ausbeute zu erhöhen. "Ich hoffe, dass die Industrie bald die anvisierten Produktionsmengen liefern kann", sagte der Minister. Dies werde die Situation entspannen.
Nach den ersten Todesfällen wegen der Grippe hat es einen Ansturm von Impfwilligen auf die Praxen und Gesundheitsämter gegeben. Die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik war vor knapp zwei Wochen angelaufen. Allerdings gibt es zahlreiche Probleme. Nach der Häufung der Todesfälle durch die neue Grippe haben viele Bürger ihre Vorbehalte gegen die Impfung aufgegeben. Es gibt aber noch nicht genügend Impfärzte, und in einigen Bundesländern gibt es auch Probleme mit dem Nachschub von Impfstoff. Insgesamt haben die Länder 50 Millionen Impfdosen geordert.
Weltweit über 6000 Tote
Die Zahl der Schweinegrippe-Todesfälle hat weltweit die Sechstausender-Marke überschritten. Seit dem Ausbruch der Krankheit im April starben bis zum 1. November mindestens 6071 Menschen an einer Infektion mit dem Virus A (H1N1), wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach innerhalb von nur einer Woche um mehr als 370.
Die meisten Menschen, nämlich fast 4400, starben nach Angaben der WHO in Nord- und Südamerika. In Europa habe die Welle der saisonalen Grippe zudem "ungewöhnlich früh" begonnen.
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