| 06.59 Uhr

Rücktritt des sächsischen Ministerpräsidenten
Die Erneuerung der Union beginnt

Das ist Stanislaw Tillich
Das ist Stanislaw Tillich FOTO: dpa, skh pil
Meinung | Düsseldorf. Mit dem Rücktritt von Stanislaw Tillich als CDU-Ministerpräsident in Sachsen findet das schlechte Bundestagswahlergebnis für die Union sein erstes Opfer. Ob es seinem Nachfolger gelingen kann, die einstige CDU-Bastion im Osten zurückzugewinnen, ist aber fraglich. Von Michael Bröcker

Im stolzen Freistaat Sachsen war die AfD knapp vor der CDU gelandet; öffentlich hatte die Sachsen-Ikone, der frühere Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, vor wenigen Tagen kundgetan, dass er sich um sein Lebenswerk sorge. Das Land werde "nicht gut regiert". Tillich war angeschlagen.

Der sympathische Sorbe war viel zu brav, zu unentschieden, zu inhaltlich konturlos für eine konservative Antwort auf die rechten Bewegungen, die sich mit "Pegida" & Co. gerade in seinem Land besonders stark zeigten. Tillich blinkte hektisch nach rechts, sprach wirr von einem "Deutschland für die Deutschen", ließ in der Flüchtlingskrise und in den Debatten über Integrationspolitik und innenpolitische Härte gegen Rechts jegliches Format vermissen.

Nun hat die Sachsen-CDU - unterstützt von CDU-Chefin Merkel - die Reißleine gezogen. Der neue Mann, Michael Kretschmer, wird sicherlich nicht versuchen, die AfD zu kopieren. Er ist Bildungspolitiker der Mitte. Ob es ihm gelingen kann, die einstige CDU-Bastion im Osten zurückzugewinnen, ist indes fraglich.

 
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