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Experte: "Glaubwürdigkeit angekratzt": Rückzug der EU bei Klimapolitik befürchtet

zuletzt aktualisiert: 10.12.2008 - 06:26

Hamburg (RPO). Der Klimaberater der Bundesregierung, Hans Joachim Schellnhuber, befürchtet einen Rückzieher der Europäischen Union beim Klimaschutz. "Ich bin skeptisch, dass es dem Rat gelingt, ein glaubwürdiges europäisches Paket auf den Tisch zu legen."

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Das sagte Schellnhuber der "Financial Times Deutschland" vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Brüssel. "Möglicherweise bleibt am Ende nur noch ein Skelett der ursprünglichen Vereinbarungen übrig."

Angeführt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten die EU-Staaten im Frühjahr 2007 vereinbart, ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren und das Herzstück ihrer Klimapolitik, den Emissionshandel, zu verschärfen.

"Die EU-Staaten werden am 20-Prozent-Ziel wohl noch gerade mit Hängen und Würgen festhalten", sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung der FTD. "Aber darüber hinaus wird wenig kommen."

So werde die Industrie das Gros ihrer Verschmutzungsrechte wohl weiterhin geschenkt bekommen, prognostizierte Schellnhuber. Damit fehle den Betrieben der Anreiz, ernsthafte Einsparungen des Kohlendioxid-Ausstoßes in Gang zu setzen.

Schellnhuber zeigte wenig Verständnis für die Kehrtwende. "Deutschland hat sich vergangenes Jahr massiv für den Klimaschutz eingesetzt; nun fordern wir mehr Sondertatbestände als andere Länder. Das kratzt an unserer Glaubwürdigkeit."

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