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Sommerfest der "Botschaft des Westens": Rüttgers’ Abschiedstour in Berlin

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 05.07.2010 - 20:54

Berlin (RP). Die wahrscheinlichen neuen Hausherren kamen zu spät. Die künftige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihre Grünen-Stellvertreterin Sylvia Löhrmann kamen erst kurz vor acht Uhr an der NRW-Landesvertretung in Berlin an. Ein Flieger aus Düsseldorf war annulliert worden.

So konnte der scheidende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) das traditionelle Sommerfest der „Botschaft des Westens“ noch ein letztes Mal im Scheinwerferlicht der Medien und im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnen. Kein Wort der Wehmut war ihm zu entlocken. Man müsse sich um ihn keine Sorgen machen, beschied er den Gästen.

Er sei froh, dass die „neue Regierung“ an den Projekten der Landesregierung mit befreundeten Nationen wie Frankreich und Polen festhalten wolle, sagte Rüttgers. Dieses Mal hatte Rüttgers die Partnerregion Schlesien als Gast für das Fest gewinnen können. Anlass ist die zehnjährige Regionalpartnerschaft. So gab es neben rheinischen Reibekuchen und elsässischen Flammkuchen auch schlesische Kartoffelklöße für die mehr als 3000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Anke Engelke sang

Comedy-Star Anke Engelke heizte als Leadsängerin der 15-köpfigen Band „Fred Kellner-Band und die famosen Soul Sisters“ dem Publikum ein. Zudem unterhielt der Kabarettist Steffen Möller, Autor des Buches „Viva Polonia“ mit spaßigen Anekdoten aus dem Nachbarland.

Kanzlerin Merkel wies in ihrer kurzen Ansprache auf die Internationalität des Landes NRW hin, scherzte über die große Bedeutung der polnischen Gastarbeiter für das Ruhrgebiet. Die Trauer über den politischen Verlust des größten Bundeslandes ließ sich die CDU-Chefin nicht anmerken. Auch gab es kein Wort des Dankeschöns an Rüttgers.

Ein CDU-Mann kommentierte die Situation der NRW-CDU beim Kölsch nur lakonisch: „Die Ära Rüttgers war ein bisschen kurz.“ Und während die beiden Bewerber um das Amt des CDU-Fraktionschefs im Landtag, Karl-Josef Laumann und Armin Laschet fleißig Hände schüttelten, leuchteten die Bäume im Park Rot-Grün.


 
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