NRW: Rüttgers fordert Sprachtest für Vierjährige
zuletzt aktualisiert: 29.01.2006 - 11:17Hamburg (rpo). Geringe Deutschkenntnisse bei Kindern sollen früher als bisher erkannt werden. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, fordert Sprachkurse schon im Vorschulalter. Mit Sprachtests für Vierjährige soll festgestellt werden, ob die Kinder die deutsche Sprache beherrschen.
"Dafür wollen wir einen obligatorischen Sprachtest aller Kinder mit vier Jahren einführen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Zugleich befürwortete Rüttgers die Deutschpflicht auf Schulhöfen. Zwar solle jede Schule dies selbst entscheiden, doch "wenn sich die Betroffenen darauf einigen, unterstütze ich das".
Zur Begründung sagte der Düsseldorfer Regierungschef: "Es gibt kein Land, in dem eine multikulturelle Gesellschaft, in der man nebeneinander her lebt, funktioniert." Deshalb brauche man verbindliche Spielregeln. Dazu gehöre, dass die Sprache, die in Deutschland gesprochen werde, Deutsch sei. Rüttgers sagte, dies müsse in den Familien erreicht werden und fügte hinzu: "Wir müsse dafür sorgen, dass alle Kinder, die in die Schule kommen, ordentlich Deutsch können."
Bayern plant Nachhilfe in Deutsch
In München kündigte die bayerische Sozialministerin Christa Stewens am Sonntag zusätzliche Eingliederungsmaßnahmen für Ausländer an. Nach den Worten der CSU-Politikerin können junge Zuwanderer in Sprachlern-, Übergangs- und Eingliederungsklassen in Bayern ab sofort ergänzende Nachhilfe mit Schwerpunkt Deutsch erhalten. Dies gelte für alle, die nach Auffassung der Schule einen Förderbedarf hätten. Die Betreffenden können laut Stewens während eines Schuljahres bis zu vier Stunden wöchentlich Hausaufgabenhilfe mit Schwerpunkt Deutsch bekommen.
Wulff fordert islamischen Religionsunterricht
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff forderte unterdessen die bundesweite Einführung des Schulfachs "islamischer Religionsunterricht". "Wir müssen auch muslimischen Schülern eine gleichrangige religiös-ethische Erziehung an öffentlichen Schulen im staatlichem Auftrag anbieten", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Focus". Wichtig sei, dass der Unterricht in deutscher Sprache von in Deutschland ausgebildeten Lehrern und nach Länder-Lehrplänen erteilt werde und die friedlichen Botschaften des Koran vermittle.
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