kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Rüttgers in Amerika (6): Rüttgers kämpft gegen den Schnee

VON SVEN GÖSMANN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 21:37

Washington (RP). "The Big One", der große Schneesturm, ist da. Mittendrin: NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Sein Bus, mit dem er während seines jetzt schon unfreiwillig langen Besuch in der US-Hauptstadt unterwegs ist, hat sich festgefahren. Rüttgers, mit blauer Pudelmütze, sein Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter und andere Mitglieder der Delegation schieben.

"Jetzt aber!" Doch Rüttgers’ Rufen bleibt unerhört. Schließlich macht sich der Tross zu Fuß auf den Weg zurück zum Delegationshotel „Hay Adams“. Zehn Blocks durch eine unwirkliche Szenerie. Die Hauptstadt der letzten verbliebenen Weltmacht dieser Erde - lahm gelegt. Vereinzelt ein Passant auf Langlaufskiern. Ein paar Latino-Arbeiter, die mit „Snow Blowern“, der amerikanisch-benzinstinkenden Variante unserer Laubsauger, einen unsinnigen Kampf gegen die Schneemassen führen.

Der Rest der Hauptstadt hat sich in die eigenen vier Wände zurückgezogen. Die Autos vor den Häusern in Georgetown sind malerisch unter Schnee begraben. Eine ungekannte Stille legt sich über die US-Hauptstadt. Die Zivilisation hält den Atem an.

RP-Chefredakteur Sven Gösmann ist mit Jürgen Rüttgers in den USA unterwegs. Foto: Daniel Biskup

Das könnte nur schön sein. Ist es aber nicht. Die TV-Sender und die „Washington Post“ sind längst in einen alarmistischen Tonfall gewechselt. Denn: Auch kein Krankenwagen kommt mehr durch; erste Dialyse-Patienten sollen gestorben sein, weil sie nicht wie gewohnt in die Arztpraxis kamen. Dazu kommen – gerade in den grünen Vororten Washingtons – ungezählte Stromausfälle, die schon seit Tagen andauern.

Anders als in den wintergewohnten Metropolen Chicago oder New York kennt Washington D.C. solche Wintereinbrüche für gewöhnlich nicht. Die Stromleitungen etwa verlaufen oberirdisch und oft durch Baumkronen, die jetzt unter der Schneelast nachgeben. Strommasten stürzen um, die Reparaturteams kommen nicht über die vereisten und schneeverwehten Straßen, so ist das Chaos perfekt. Tausende Familien harren nun schon seit Tagen ohne Strom aus.

Und doch verblüfft die beinahe heitere Gelassenheit, mit der die Washingtoner den Wetterunbilden begegnen. Ein ironischer Spruch, mal ein lässiger Kommentar in den Zeitungsspalten. Ein Volk, das seinen Regierungen und dem Staat traditionell misstraut, traut ihm eben auch nicht viel zu. Bürgermeister Adrian Fentys großspurige Ankündigung etwa, man werde nach drei Tagen alles im Griff haben, wurde belächelt. „Wie denn?“ fragt der Hotel-Doorman.

Es gibt keine Schneepflüge, die Stadtverwaltung schickt Bagger, die den Schnee auf Lkws schaufeln, die ihn dann auf Brachflächen kippen. Die Umweltbehörde verschärfte die Lage noch, weil sie die Entsorgung des Schnees im Potomac-Fluss verboten hat – aus der berechtigten Furcht vor einer Übersalzung der Gewässer. Denn die amerikanische Mentalität wird auch und gerade in der Katastrophe deutlich: Viel hilft viel. Mit dem Auto durch den Schnee – viel Gas geben. Glatteis – viel Salz. Kälte – viel heizen, bis alle im Raum glühen.

Washington, auf der Höhe süditalienischer Städte gelegen, kennt einen solchen Winter eben nicht. Der nun schon vierte Schneesturm in vier Wochen lässt die Einsicht wachsen, dass man etwas verändern, sich besser vorbereiten müsste. „Doch das ist vergessen, wenn der Schnee taut“, sagt ein Washingtonian . Dabei lächelt er.

Rüttgers lächelt übrigens auch nur noch. Wann ein Flug nach Hause geht, ist noch unklar. Was soll er also auch tun? Naturphänomene sind eben mächtiger als deutsche Politik. Auch eine Lektion dieser Reise.

Wir bleiben dran.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Röttgen verzichtet auf NRW-Landtagsmandat

Nach Niederlage in NRW-Wahl

Röttgen verzichtet auf Landtagsmandat

Norbert Röttgen hat jetzt offiziell den Verzicht auf sein Landtagsmandat erklärt. mehr 

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Hannelore Kraft hat laut einer Umfrage die drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten in der Gunst der Bürger überholt. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Nach Niederlage in NRW-Wahl

Röttgen verzichtet auf Landtagsmandat

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Makabre Kunstaktion in Italien

Berlusconi-Figur im Glas-Sarg

Mehr Zeit zum Sparen

Brüssel gibt Spanien Atempause

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat laut einer Umfrage die drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten in der Gunst der Bürger überholt und belegt Platz zwei hinter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). mehr

 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

 

"Dänen"-Ampel in Schleswig-Holstein

Grüne bekommen Finanzministerium in Kiel

 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

 
Top-Services