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Flüchtlingskrise
Bundesregierung kämpft im Netz gegen die Lügen der Schleuser

Rumors about Germany: Berlin kämpft im Netz gegen die Lügen der Schleuser
Viele Flüchtlinge nehmen die anstrengende und gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Deutschland auf sich, weil Schlepper ihnen falsche Vorstellungen davon machen, was sie in Deutschland erwartet (Symbolbild). FOTO: dpa, lof cul
Düsseldorf . Jeder Flüchtling erhält ein Willkommensgeld von 2000 Euro - Gerüchte wie dieses werden von Schlepperbanden gestreut, um das Geschäft anzukurbeln. Mit der neuen Webseite "Rumors about Germany" will die Bundesregierung aufklären.  Von Susanne Hamann

Mit der Website RumoursAboutGermany.info will die Bundesregierung Gerüchten entgegen wirken, die Schleuserbanden verbreiten. Dort stellt sie klar, was an den Gerüchten über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland dran ist. Die Informationen werden auf Arabisch, Französisch und Deutsch verbreitet.

"Wir wollen verhindern, dass sich Menschen in ohnehin schwieriger Lage mit verklärten Vorstellungen und falschen Erwartungen auf den Weg machen", teilte das Auswärtige Amt mit. "Deshalb setzen wir der brodelnden Gerüchteküche objektive Informationen entgegen."

Auf der Seite werden die "sieben größten Lügen der Schleuser" aufgelistet, die über das Flüchtlingsziel Deutschland und den Weg dorthin verbreitet werden. Hier einige Beispiele: 

  • "Jeder Flüchtling erhält ein Willkommensgeld von 2000 Euro." - Die Aufklärung auf der Webseite: "Deutschland bezahlt kein Willkommensgeld an Flüchtlinge. Mit diesem Gerücht bringen Schlepper Flüchtlinge wissentlich in Gefahr."
  • "Deutschland schenkt jedem Flüchtling ein Haus." Die Aufklärung auf der Seite: "Niemand bekommt ein Haus geschenkt. Tatsächlich ist es sogar sehr schwierig geworden in Deutschland, eine Unterkunft zu finden. Außerdem können sich Flüchtlinge ihren Aufenthaltsort nicht aussuchen."
  •  "Deutschland hat 800.000 Plätze alleine für afghanische Flüchtlinge reserviert." Die Aufklärung auf der Seite: "Falsch. Es gibt keine Kontingente für Flüchtlinge aus bestimmten Ländern, schon gar nicht, wenn sie illegal eingewandert sind."
  • "Wenn es dir in Deutschland nicht gefällt, bekommst du einfach ein Visum für Kanada ausgestellt." - Aufklärung auf der Webseite: "Das ist schlicht Unsinn. Ein solches Abkommen besteht nicht mit Kanada oder mit irgendeinem anderen Land." 

Auch über allgemein falsche Vorstellung klärt die Webseite auf. Etwa die Idee, die Flüchtlinge würden nach wenigen Stunden aus dem Gummiboot gerettet. "Das behaupten Schlepper zwar, aber die Rettungsteams können sich weit von eurem Boot weg befinden. Und selbst wenn sie in der Nähe sind, heißt das nicht, dass die Rettung wirklich rechtzeitig erfolgt", heißt es auf der Webseite. 

Fragen wie "Wer darf nach Deutschland einwandern und wie funktioniert das?" werden ebenso erläutert, wie die Frage: "Werde ich abgeschoben, wenn ich illegal einreise?" 

"Das wichtigste Ziel der Kampagne #RumoursAboutGermany ist es, die Deutungshoheit im Netz nicht allein den Schleusern zu überlassen", heißt es im Auswärtigen Amt. Sie ist Teil einer Kampagne, die seit 2015 läuft. In Afghanistan, Pakistan, Nord- und Westafrika wird mit Großplakaten, Buswerbung, Blogs, TV- und Radiosendungen aufgeklärt. Die Website soll die bisherigen Aktivitäten der Kampagne im Netz bündeln.

(mit Agenturmaterial)
 
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