Spannungen mit Irakkriegs-Gegnern bewertete er als nebensächlich: Rumsfeld zieht Erfolgs-Bilanz aus Irak-Feldzug
zuletzt aktualisiert: 07.02.2004 - 13:53München (rpo). US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zog eine positive Bilanz des Irak-Krieges. Die 25 Millionen Iraker seien von Saddam Husseins Regime befreit worden. Das sagte Rumsfeld am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
"Sobald die Saat der Freiheit im Nahen Osten Fuß gefasst hat, kann sie sich weiter ausbreiten" wie nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa und Japan. "Die Ausweitung des Mittelmeer-Dialogs sollte oben auf der Tagesordnung" des NATO-Gipfels von Istanbul im Juni stehen, sagte Rumsfeld. Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte in seiner Rede eine gemeinsame Initiative von EU und NATO zur Demokratisierung und Entwicklung der arabischen Mittelmeer-Staaten vorgeschlagen, um den Terrorismus einzudämmen.
Wenn Terroristen an Massenvernichtungswaffen gelangten und Hunderttausende Menschen töten könnten, "dann wartet man nicht ab", sagte Rumsfeld und verteidigte die Doktrin der Vorbeugung. Solche Waffen würden "hin und her verschoben". Wenn Terroristen sie in die Hand bekommen könnten, "muss man sich der Herausforderung stellen".
Allerdings sei schwer zu erkennen, wann und wo das der Fall sei. "Natürlich machen wir Fehler", sagte Rumsfeld. Er sei froh, dass Präsident George W. Bush die Leistung der US-Geheimdienste vor dem Irakkrieg untersuchen lasse.
Aber Saddam Hussein habe Menschen gefoltert und getötet, Giftgas eingesetzt und 17 UN-Resolutionen missachtet. Heute seien Irak und Afghanistan auf dem Wege der Demokratisierung, in vielen anderen Staaten gebe es Fortschritte.
Die Spannungen mit den europäischen Irakkriegs-Gegnern bewertete Rumsfeld als nebensächlich. Die Welt verändere sich, "und es kracht überall im Gebälk. Die NATO passt sich an", sagte er. Das sei immer wieder so gewesen. "Jeder Affe, der vom Mars auf die Erde schaut, sieht, dass Amerika und Europa die gleichen Werte haben", sagte Rumsfeld. Die NATO sei ein Katalysator für politische und wirtschaftliche Reformen.
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