Die Verlierer der Landtagswahlen bitte ganz nach außen: Kanzlerin Angela Merkel sucht die Nähe zu Stanislaw Tillich, der sich als einzige Parteigröße bei den Landtagswahlen keinen Patzer erlaubte.
Von links: Saarlands Ministerpräsident Peter Müller, CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, Merkel, Tillich und Dieter Althaus.
Klare Rangordnung: Die Verlierer in die zweite Reihe - ein Zufall ist das nicht.
Merkel blieb bis Montagmittag in Deckung und wagte sich nicht in die Öffentlichkeit - derweil rumorte es in der Partei. Der Vorwurf: Merkels Wahlkampfführung sei zu zurückhaltend.
Verkrampfte Atmosphäre: Hinter verschlossenen Türen wurde Klartext geredet. Merkel machte deutlich, dass sie ihre Wahlkampfstrategie nicht ändern wird.
Ministerpräsident Althaus (rechts) steht nach dem schlechten Abschneiden in Thüringen unter Druck. Er werde die SPD zu Sondierungsgesprächen einladen, sagte er am Montag in Berlin nach Beratungen des CDU-Präsidiums.
Gute Stimmung bei der SPD: Heiko Maas, Anwärter auf den Posten des Ministerpräsidenten im Saarland, bedient Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier.
Er hatte eigentlich Grund zu lachen: Nach dem knappen Punktsieg bei den Landtagswahlen verspürt die SPD den erhofften Rückenwind für den 27. September.
"Wir werden einen Ministerpräsidenten der Linken (in Thüringen/Anm. d. R.) nicht wählen", stellte der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering am Montag nach einer Präsidiumssitzung seiner Partei in Berlin klar.
Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Thomas Jurk dürfte sein Amt wegen der erstarkten FDP demnächst los sein. Er trat als SPD-Landeschef noch am Nachmittag zurück.
Der SPD-Spitzenkandidat in Thüringen, Christoph Matschie (links), erteilte in Berlin eine Juniorpartnerschaft mit den Linken eine Absage : "Was ich vor der Wahl gesagt habe, gilt auch nach der Wahl."
Die Linke hat sich bei den Wahlen gut geschlagen. Unter Bodo Ramelow (links) erreichte man in Thüringen den zweiten Platz. Oskar Lafontaine gelang im Saarland ein Coup mit über 20 Prozent.
Trotzdem stehen Ramelows Chancen auf den Einzug in die Staatskanzlei schlecht. Die SPD will ihn nicht zum Ministerpräsidenten machen. "Es hat eine gewisse Form der demokratischen Unkultur", sagte er und verwies auf die Regeln des Parlamentarismus: "Das heißt, dass der Stärkere eine Regierung führt und nicht der Kleinere darüber entscheidet, wer Ministerpräsident wird."
Die Spitzenkandidaten der Linken bei den Landtagswahlen, Oskar Lafontaine (Saarland, 2. v.l.), Bodo Ramelow (Thüringen, l.) und Andre Hahn (Sachsen, r.), zusammen mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden Katja Kipping.
Guido Westerwelles FDP hat die Landtagswahlen mit teils deutlichen Zuwächsen hinter sich gebracht. Erfreulich ist die Entwicklung im Osten, wo die Liberalen früher mancherorts einen schweren Stand hatten.
Der FDP-Chef mit den Spitzenkandidaten Christoph Hartmann (Saarland, r.), Uwe Barth (Thüringen, 3.v.r.) sowie Holger Zastrow (Sachsen, l.) und den Präsidiumsmitgliedern Silvana Koch-Merin und Rainer Brüderle (2.v.r.).
Zastrow darf sich Hoffnungen auf eine Regierungsbeteiligung in Sachsen machen.
Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen, Astrid Rothe-Beinlich, der Spitzenkandidat im Saarland, Hubert Ulrich, die Spitzenkandidatin in Sachsen, Antje Hermenau, die Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth und die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn (von links) freuen sich über das Abschneiden der Grünen bei den Landtagswahlen.
In Thüringen wird die Fraktion von Astrid Rothe-Beinlich (rechts, mit Grünen-Chefin Claudia Roth) bei der Regierungsbildung wahrscheinlich keine Rolle spielen.