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Analyse der Forschungsgruppe Wahlen: Sachsen: Tillich überzeugte mit Regierungsarbeit

zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 - 19:27

Mannheim (RP). In Sachsen feiert die CDU bei der fünften Landtagswahl seit 1990 ihren fünften klaren Wahlsieg. Laut der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen verdanken die Schwarzen dies ihrem hohen Ansehen. Die Mehrheit der Sachsen bescheinigt Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich einen guten Job. Die Analyse.

Die CDU beherrscht im Freistaat so weiter die politische Landschaft. Die Linke verzeichnet Verluste und auch die SPD schafft es in ihrer Diaspora nicht aus dem Tief. Vielmehr rangiert sie jetzt auf einem Niveau mit den Liberalen, die noch stärker als die Grünen zulegen können.

Ihren Wahlsieg verdankt die CDU hohem Parteiansehen, einer guten Leistungsbilanz sowie einem Ministerpräsidenten, der nach nur gut einem Jahr im Amt bereits an die positiven Ausnahmewerte seiner Vorgänger heranreichen kann. Regierungschef Stanislav Tillich (CDU), dem 68 Prozent der Sachsen im Amt einen guten Job bescheinigen, erzielt auf der +5/-5-Skala den ausgesprochen guten Imagewert 2,3. Beim Vergleich persönlicher und fachlicher Eigenschaften kann Tillich seinen Herausforderer André Hahn (Linke), den allerdings gut die Hälfte der Sachsen überhaupt nicht kennt, klar deklassieren: Der Ministerpräsident ist dem Spitzenkandidaten der Linken in Sachen Glaubwürdigkeit, Sachverstand, Bürgernähe oder Sympathie weit überlegen.

Das klare Plus bei Ansehen und Profil führt bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten zu einem eindeutigen Votum: 50 Prozent der Sachsen wollen lieber Stanislav Tillich und nur 12 Prozent lieber André Hahn als Regierungschef. (keiner von beiden: 5 Prozent; Kandidat(en) unbekannt: 31 Prozent).

Neben dem Kandidaten überzeugt die CDU auch mit ihrer Regierungsarbeit, für die die Christdemokraten die Note 1,4 erhalten. Die SPD als Juniorpartner in der Koalition kommt auf 0,6, wogegen die Linke in der Opposition mit minus 0,3 sichtbar negativ bewertet wird. Noch deutlicher sind die Diskrepanzen beim Parteiansehen, wo die CDU im Land 2,0, die SPD noch 0,4 und die Linke lediglich minus 0,5 erreicht. FDP und Grüne werden mit 0,6 bzw. 0,1 im positiven Bereich gesehen, die NPD liegt bei miserablen minus 3,7.

Schließlich profitiert die CDU von ihrer Parteikompetenz in einem Bundesland, das 64 Prozent der Befragten im Vergleich mit anderen Ost-Ländern ökonomisch besser aufgestellt sehen und dem 69 Prozent eine gute Zukunftsvorbereitung bescheinigen. Im wichtigsten Politikfeld Arbeitsmarkt setzen 33 Prozent auf den Sachverstand der CDU, aber nur sieben Prozent auf die SPD und lediglich fünf Prozent auf die Linke; 28 Prozent sagen aber auch "keine Partei" und 18 Prozent wissen keine Antwort.

Die CDU kann bei allen ab 45-jährigen Wählern leicht zulegen und kommt hier durchweg auf über 40 Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen muss sie jedoch ein Minus von sechs Punkten hinnehmen und bleibt mit 31 Prozent weit von ihrer Gesamtstärke entfernt. Die Linke ist bei den 18- bis 29-Jährigen mit 12 Prozent ebenfalls schwach, die SPD fällt hier mit nur neun Prozent hinter FDP (14 Prozent) und NPD (zehn Prozent) zurück. Die NPD, die anders als 2004 nicht von einer Proteststimmung profitiert, rekrutiert ihr Klientel nach klassischen Mustern und holt bei den unter 30-jährigen Männern 14 Prozent, bei Arbeitslosen hat sie allerdings mit neun Prozent (minus neun) starke Verluste.

Genau wie im benachbarten Thüringen oder im Saarland sind aus der sächsischen Landtagswahl kaum Rückschlüsse auf die nationale Ebene möglich. Im Freistaat haben bereits in der Vergangenheit teils massive Unterschiede zwischen den Bundestags- und Landtagswahlergebnissen gezeigt, dass jede Wahl eine eigene Ausgangslage, die auch stark von den Kandidaten vor Ort geprägt wird, sowie eine spezifische Agenda hat. Hinzu kommt mit den schwachen Parteibindungen gerade im Osten oftmals eine hohe Wechselbereitschaft. Schließlich wird sich die Wählerschaft bei einer höheren Wahlbeteiligung in vier Wochen auch sozialstrukturell von der einer Landtagswahl unterscheiden.

Die Zahlen basieren auf einer telefonischen Befragung der Forschungsgruppe Wahlen unter 1.186 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen in der Woche vor der Wahl sowie auf einer Befragung von 5.559 Wählern am Wahltag.

Quelle: fb

 
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