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Bundesbank-Vorstand über Unterschicht: Sarrazin: Berlinern mangelt's an Intellekt

zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 13:43

Berlin (RPO). Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin ist für seine markigen Sprüche bekannt. Auch in seiner neuen Funktion als Bundesbank-Vorstand hat sich das nicht geändert: Nun nörgelte er, dass den Berlinern der Intellekt fehle, zu viele Kinder in der Unterschicht geboren werden und “türkische Wärmestuben” die Stadt nicht vorantreiben würden.

Thilo Sarrazin: Kinder sollen nur diejenigen bekommen, die die Erziehung bewältigen können.  Foto: DDP
Thilo Sarrazin: Kinder sollen nur diejenigen bekommen, die die Erziehung bewältigen können. Foto: DDP

In einem Interview mit der Zeitschrift “ Lettre International” sagte Sarrazin, dass Berlin “"niemals von den Berlinern gerettet werden könne". Der dafür nötige Intellekt müsse erst noch importiert werden, "und er wird auch importiert werden wie im New York der fünfziger Jahre", erklärte der 64-Jährige.

Es war eine weitere verbale Ohrfeige, die der Sozialdemokrat verteilte. 2008 empfahl er menschen, die sich die hohen Energiekosten nicht leisten können, dicke Pullover in der Wohnung zu tragen. Hartz-iv-Empfängern rechnete er vor, wei man sich mit 4,25 Euro am Tag prima und gesund ernähren könne. Und er plädierte dafür, dass nur die Kinder bekommen sollen, die damit fertig werden - und nicht diejenigen, die damit ihren Lebenstandard aufbessern wollen. Mit solchen Aussagen ist der Querkopf der SPD bereits häufig angeeckt.

Seine jüngste Attacke richtet sich gegen seine einstige Heimat: Berlin sei belastet von zwei Komponenten: "der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlampfaktor". In ihren politischen Strömungen sei sie "nicht elitär aufgestellt, sondern in ihrer Gesinnung eher plebejisch und kleinbürgerlich". Wenn Klaus Wowereit "eine Mischung aus Kurt Biedenkopf, Willy Brandt und Freiherr von und zu Guttenberg" wäre, "könnte er natürlich mehr für die Stadt bewirken", mutmaßte Sarrazin.

Und nochmals nahm er die unteren sozialen Schichten ins Visier. Er beklagte, "dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden". Gerade in Berlin sei dieses Problem besonders groß. Diese Familien würden zudem nicht am normalen Wirtschaftskreislauf teilnehmen. "Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: Weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht."

Der ehemalige Finanzminister sprach sich auch dafür aus, in der Immigration andere Maßstäbe anzulegen: "Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen." Die Medien seien hingegen orientiert auf die soziale Problematik, “aber türkische Wärmestuben können die Stadt nicht vorantreiben", sagte Sarrazin.

Quelle: top

 
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