Bei Abberufung durch den Bundespräsidenten: Sarrazin droht Rauswurf ohne Abfindung
zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 07:48Hamburg (RPO). Der umstrittene Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) kann bei einer Entlassung nicht mit einer Abfindung rechnen. In einem Schreiben der Bundesregierung heiße es, dass Sarrazin "für den Fall der Vertragsauflösung keine Abfindung vertraglich zugesichert" worden sei.
Dies berichtet das "Hamburger Abendblatt" unter Berufung auf ein Antwortschreiben des parlamentarischen Staatssekretärs im Finanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), an die Linkspartei.
Die stellvertretende Linken-Parteivorsitzende Katja Kipping mahnte die Bundesregierung dennoch, keinerlei finanzielle Entschädigungen für Sarrazin in Betracht zu ziehen: "Alle Verantwortlichen in Regierung und Bundesbank sind in der Pflicht, einen goldenen Handschlag für Sarrazin auszuschließen", sagte sie der Zeitung. "Ich fordere die Offenlegung aller diesbezüglichen Angebote und Absprachen."
Sarrazin hatte mit seinen Thesen zur angeblich mangelnden Integrationsfähigkeit von Migranten und weiteren provokanten Äußerungen für heftige Kritik gesorgt. Derzeit bereitet das Bundesfinanzministerium eine Stellungnahme zum Fall Sarrazin vor. Diese will Bundespräsident Christian Wulff einsehen, bevor er über die mögliche Abberufung Sarrazins entscheidet.
Sarrazin liest
Sarrazin liest heute (9. September) in Potsdam erstmals öffentlich aus seinem umstrittenen Buch "Deutschland schafft sich ab". Die ursprünglich im Kulturzentrum "Waschhaus" geplante Veranstaltung wurde aufgrund von Protesten und Drohungen in das Konzerthaus "Nikolaisaal" verlegt.
Veranstalter ist das Brandenburgische Literaturbüro. Linke Gruppen haben Proteste angekündigt. Der frühere Berliner Finanzsenator hat in seinem Buch mit Äußerungen über eine angeblich erbliche Dummheit muslimischer Einwanderer bundesweit für Empörung gesorgt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum