Nach Pullover-Debatte: Sarrazin erhält Diskriminierungspreis
zuletzt aktualisiert: 17.10.2008 - 06:31Berlin (RPO). Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin erhält eine Auszeichnung, die ihn wohl nicht freuen wird. Wegen seiner umstrittenen Äußerungen über sozial Schwache bekommt er am Freitag den "1. Berliner Diskriminierungspreis".
Die Auszeichnung wird anlässlich des "Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut" (17. Oktober) von einem Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute!" verliehen, wie der Arbeitskreis mitteilte. Übergeben werden soll er im Rahmen der Demonstration "Armut bekämpfen - statt Arme zu diskriminieren und zu kriminalisieren!"
Sarrazin habe sozial Schwache und Arme immer wieder diskriminiert, begründete der Arbeitskreis seine Entscheidung. Als Beispiele nannte er unter anderem den vom Senator vorgelegten Speiseplan für "Hartz IV"-Empfänger und seine öffentlich verkündete Bereitschaft, für einen Stundenlohn von fünf Euro arbeiten zu wollen. Der Arbeitskreis sei der Meinung, dass Sarrazin mit seinem "arroganten Auftreten jegliches soziales Verantwortungsbewusstsein verloren hat".
Weiterhin erklärte Sarrazin im Gespräch mit unserer Redaktion auf die Frage, ob die Politik etwas gegen die hohen Heizkosten machen müsste: "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können. Bei uns waren es zuhause immer 16 Grad."
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