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Thilo Sarrazin Panorama
  Foto: dapd, dapd
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Die Hauptstadt werde schlecht regiert: Sarrazin kritisiert Berliner Politiker

zuletzt aktualisiert: 02.01.2011 - 12:27

Berlin (RPO). Nach Ansicht des früheren Berliner Finanzsenators und Ex-Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin (SPD) wird Berlin seit vielen Jahren schlecht regiert.

"Berlin hat doch nicht deshalb Erfolg, weil es gut regiert wird", sagte er der "Berliner Morgenpost". Berlin habe Erfolg, "obwohl es in der Qualität von Politik und Verwaltung seit Jahrzehnten große Mängel gibt".

Die Führungsqualität und das durchschnittliche Leistungsniveau erreichen nach Einschätzung des Ex-Senators in vielen Berliner Verwaltungen keine bundesdeutschen Standards. Er fügte hinzu: "Ich finde Berlin trotzdem eine ganz tolle Stadt mit guten Perspektiven und bin sicher, dass es auch künftig jedwede Art von Regierung überleben wird."

Zugleich warf Sarrazin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sein Buch aus machtpolitischen Gründen kritisiert zu haben. "Die Aussage der Bundeskanzlerin, mein Buch sei nicht hilfreich, war machtpolitisch orientiert", sagte er. "Indem sie mich ins Eck gestellt hatte, wollte sie verhindern, dass irgendjemand aus ihrer Partei mir zustimmte. Das ist ihr auch weitgehend gelungen."

Dagegen habe es offenbar in der CSU die Vorgabe aus der Spitze gegeben, sich nicht negativ zu Sarrazin zu äußern. "Die Politik hat zunächst versucht, mich zur Unperson zu erklären. Das ist aber gescheitert. Dann haben sie versucht, unter Ausklammerung meines Namens die gefühlte Unzufriedenheit selbst aufzufangen", sagte der Autor des umstrittenen Buches "Deutschland schafft sich ab".

"SPD-Chef Sigmar Gabriel wollte integrationsunwillige Ausländer ausweisen. So etwas habe ich in meinem Buch nicht geschrieben", sagte Sarrazin. Die Kanzlerin habe gesagt, Multikulti sei gescheitert. Das Wort komme in seinem Buch nicht vor, das laufe für ihn unter "Polit-Folklore". Er achte darauf, "ob es Ansätze gibt, Inhalte zu verändern".

Quelle: apd/csh

 
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