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Umstrittener Bundesbank-Vorstand: Sarrazin: Sozialer Friede "Opium fürs Volk"

zuletzt aktualisiert: 01.04.2010 - 06:46

Saarbrücken (RPO). Der umstrittene frühere Berliner Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat der Politik vorgeworfenen, dringend notwendigen Debatten über Zuwanderung und Sozialsysteme auszuweichen. Die Deutschen litten unter Harmoniesucht, so Sarrazin.

"Die deutsche Harmoniesucht hat doch dazu geführt, dass viele Dinge gar nicht klar genug benannt und dann aufgeschoben werden", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

Es müsse in einer Gesellschaft auch "eine gewisse Menge Streit, Krach und Kontroverse geben, denn es gibt ja auch unterschiedliche Interessen", sagte Sarrazin. Der soziale Friede sei ein hoher Wert. "Wenn man ihn aber in jeder Debatte als Monstranz vor sich her trägt, dann ist dies Religionsersatz, und Religion ist nach Karl Marx Opium für das Volk."

Sarrazin amüsiert sich nach eigenen Worten über den Programmentwurf der Linkspartei. "Das erfüllt mich mit allergrößter Heiterkeit", sagte er. Er wisse nicht, wer den Entwurf geschrieben habe. "Lothar Bisky ist eigentlich viel zu klug für so einen Quatsch", sagte Sarrazin. Das Dokument sei "eine Ansammlung von verstaubten Asservaten aus dem ideologischen Museum. Das kommunistische Manifest hatte wenigstens mehr sprachlichen Glanz."

Quelle: DDP/jre

 
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