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Adolf Sauerland
  Foto: dpa, Federico Gambarini
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Stunde der Entscheidung: Sauerland kämpft um sein Amt

zuletzt aktualisiert: 11.02.2012 - 09:25

Duisburg (RPO). Für Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) kommt an diesem Sonntagabend die Stunde der Entscheidung: Gut eineinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe muss er sich einem Abwahlverfahren stellen. Zwischen 19.30 und 20.00 Uhr steht fest, ob er seinen Schreibtisch vorzeitig räumen muss.

Ein Bürgerbündnis fordert mit Unterstützung von Parteien und Gewerkschaften die Ablösung des 56-jährigen. Für die Gegner Sauerlands trägt der Oberbürgermeister die politische Verantwortung für die Genehmigung der Techno-Party, bei der 21 Menschen in einem Massengedränge starben und Hunderte verletzt wurden. Sie werfen Sauerland außerdem "völliges Versagen" beim Umgang mit den Opfern vor.

Erwartet wird ein knapper Ausgang der Wahl. Die Gegner Sauerlands müssen bei der Abstimmung die Mehrheit der Stimmen und ein Quorum von mindestens 91.250 Stimmen erreichen. Dann würden Neuwahlen innerhalb von sechs Monaten folgen. Wahlberechtigt sind rund 365.000 Duisburger.

Sauerland weist die Vorwürfe gegen ihn zurück und lehnt einen Rücktritt ab. Er verweist auf ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten, nach dem der Stadt bei der Genehmigung und Überwachung der Techno-Party keine Versäumnisse vorzuwerfen seien.

Die Duisburger CDU kritisiert das Abwahlverfahren als "Farce" und Inszenierung der parteipolitischen Gegner Sauerlands vor allem bei SPD und Linken. Daneben unterstützen auch die Grünen den Abwahl-Antrag. Die Kritiker Sauerlands weisen die Vorwürfe der CDU zurück. Fast 80 000 Menschen hatten gegen Sauerland unterschrieben und damit die Abstimmung erzwungen. Von diesen Unterschriften hatte die Stadt allerdings nur rund 68.000 als gültig anerkannt.

30.000 bis 40.000 Duisburger haben nach unterschiedlichen Informationen aus den Wahllokalen bereits ihre Briefwahlunterlagen abgeholt. Auch Sauerland selbst habe bereits vor einigen Tagen per Briefwahl abgestimmt, sagte sein Sprecher Josip Sosic.

Live-Ticker und Reportagen: Wir berichten am Sonntag aktuell aus Duisburg.

Quelle: lnw

 
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