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panorama Fortsetzung Prozess gegen "Sauerland-Gruppe"
  Foto: ddp, ddp
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Abschiebung in Türkei droht: "Sauerland-Terrorist" soll deutschen Pass verlieren

zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 11:57

Baden-Baden (RPO). Einer der Islamisten der Sauerland-Gruppe soll nach Informationen des SWR seine deutsche Staatsangehörigkeit verlieren und nach seiner Haftzeit in die Türkei abgeschoben werden. Das Ausländeramt der Stadt Ulm habe dem 34-jährigen Atilla Selek die deutsche Staatsangehörigkeit bereits entzogen.

Das berichtete der Sender am Dienstag unter Berufung auf Angaben der Stadtverwaltung und von Seleks Anwalt. Die Verfügung sei jedoch noch nicht rechtskräftig, da Selek Widerspruch eingelegt habe.

Dem Bericht zufolge geschah der Entzug der Staatsbürgerschaft auf Druck der Stuttgarter Landesregierung. Ihrer Auffassung zufolge hätte Selek demnach die deutsche Staatsangehörigkeit nie erhalten dürfen, die ihm am 7. April 2005 erteilt worden sei.

Hintergrund war laut SWR offenbar eine Informationspanne: Die Stadt Ulm habe nach Prüfung von Seleks Einbürgerungsantrag keine Einwände erhoben. Parallel habe es aber bei Landeskriminalamt und Verfassungsschutz Hinweise auf die Nähe Seleks zur Ulmer Islamistenszene sowie ein Ermittlungsverfahren der bayerischen Polizei gegen ihn gegeben.

Diese Erkenntnisse seien aber offenbar nicht an das zuständige Ausländeramt weitergegeben oder dort bei der Einbürgerung nicht berücksichtigt worden, berichtete der SWR. Nun werfe die Stadtverwaltung Selek vor, er habe die Behörde bei seinem Antrag arglistig getäuscht, in dem er das Ermittlungsverfahren verschwiegen habe.

Im Zusammenhang mit Anschlagsplanungen der Sauerland-Gruppe in Deutschland hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf Selek Anfang März als Unterstützer zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Der im Herbst 2007 in der Türkei festgenommene Selek sitzt laut SWR derzeit in Freiburg in Haft und kann im Sommer auf eine Entlassung nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe hoffen. Falls er bis dahin die deutsche Staatsbürgerschaft rechtswirksam verloren habe, drohe ihm die Ausweisung in die Türkei.

Im Düsseldorfer Sauerland-Prozess waren die drei Haupttäter zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden: Die deutschen Konvertiten Daniel Schneider und Fritz Gelowicz erhielten je zwölf Jahre Haft, der Türke Adem Yilmaz elf Jahre.

Quelle: AFP/csr

 
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