Nach Islam-Konferenz: Schäuble: Islam-Unterricht etwa in fünf Jahren
zuletzt aktualisiert: 16.03.2008 - 10:31Berlin (RPO). Der bei der Islam-Konferenz geplante Islam-Unterricht an deutschen Schulen könnte in fünf Jahren Realität werden. Bis dahin brauche man Zeit, um auf muslimischer Seite Religionsgemeinschaften zu bilden, über Lehrinhalte zu sprechen und gemeinsam Lehrer ausbilden. Das sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem SWR.
"Wir werden nicht Imame von irgendwoher importieren." Wichtig sei auch die Diskussion, ob die Muslime Religionsunterricht oder religionskundlichen Unterricht wollten, den auch der Staat anbieten könne.
Zur Frage, ob der Koordinationsrat der Muslime der richtige Partner für Islamunterricht sein könne, wenn in einem seiner Verbände die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation Milli Görüs den Ton angebe, sagte der CDU-Politiker: "Milli Görüs ist eine ambivalente Geschichte." Es gebe dort auch viele Strömungen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stünden. "Und die wollen wir ja auch ermutigen."
Die Konkurrenz bestehe zwischen Milli Görüs und der türkisch-islamischen Union DITIB Görüs. Dass dieser Streit offen und friedlich ausgetragen werde, beweise, dass die Muslime verstünden, was eine freiheitliche Ordnung bedeute. "Diese Debatten werden viel lebhafter und offener, aber auch toleranter geführt als in vielen muslimischen Ländern", sagte Schäuble.
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