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"Niveauloser Quatsch": Schäuble sieht Slums in deutschen Großstädten

zuletzt aktualisiert: 09.04.2006 - 12:44

Berlin (rpo). Drohen in Deutschlands Städten Zustände wie in Ländern Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens? Findet sich bald in jeder Großstadt ein Slum? Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sieht eine solche Gefahr offenbar heraufziehen.

Schäuble hat dazu aufgerufen, gegen eine Verslummung von Problemvierteln in deutschen Großstädten anzugehen.

"Öffentliche Verwahrlosung ist der erste Schritt in eine Abwärtsspirale", sagte der CDU-Politiker in einem am Wochenende veröffentlichten Interview. "Wir sollten uns ein Beispiel am ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani nehmen." Bei dessen Konzept seien zerbrochene Fensterscheiben umgehend repariert worden.

"Es gibt bereits Slums in deutschen Großstädten", sagte Schäuble. Das seien zwar nicht ganze Stadtviertel, aber schon Teile von ihnen, etwa in Berlin-Neukölln oder in Hamburg-Billbrook.

Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky, wies die Äußerung Schäubles als "niveaulosen Quatsch" zurück. Es gebe zwar in Nord-Neukölln Gettoisierungstendenzen, aber bei weitem keinen Slum.

"Schäuble kann noch nie in Neukölln gewesen sein", sagte Buschkowsky. Die Äußerung sei ein Schlag ins Gesicht all derer, die in Nord-Neukölln lebten und die sich darum bemühten, die Probleme des Viertels in den Griff zu bekommen. Buschkowsky lud Schäuble zu einer Rundfahrt in seinen Bezirk ein.

Quelle: ap

 
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