Konferenz AIDS 2010 eröffnet: Scharfe Kritik an den Regierungen der Welt
zuletzt aktualisiert: 18.07.2010 - 22:48Wien (RPO). Am Sonntag hat die Welt-Aids-Konferenz in Wien begonnen. Zur Eröffnung mahnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen universellen Zugang zu einer medizinischen Behandlung der Immunschwächekrankheit an.
Dazu zählten ein Zugang zu lebensrettenden Medikamenten, zu Vorbeugungsmaßnahmen, Behandlung, Pflege und Unterstützung für Betroffene, sagte Ban in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der Konferenz.
Der Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, Julio Montaner, beklagte mit Blick auf die Behandlung von Aids-Kranken einen mangelnden politischen Willen. Politiker stellten nicht sicher, dass jeder Infizierte behandelt werde, sagte Montaner kurz vor Eröffnung der internationalen Konferenz, deren Vorsitzender er ist.
Die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G-8) habe es versäumt, ihr Versprechen über einen universellen Zugang zu Aids-Medikamenten umzusetzen. Den Regierungen einiger osteuropäischer Staaten warf er Gleichgültigkeit gegenüber der Lage in ihrem Land vor. Ihr Fehlen bei der Konferenz in Wien sei unverantwortlich und grenze an Fahrlässigkeit, sagte Montaner.
Die Eröffnung der Konferenz verzögerte sich wegen einer Demonstration. Die Teilnehmer trugen Transparente und riefen Parolen wie "Gebrochene Versprechen töten, zeigt uns das Geld!" oder "Behandelt die Menschen!".
An der Konferenz AIDS 2010 nehmen bis Freitag nach Angaben der Organisatoren 20.000 Experten, Aktivisten und politische Entscheidungsträger teil. Zu den Diskussionsthemen zählen unter anderem eine Entkriminalisierung von Drogenabhängigen und die Lage in Osteuropa.
Es handelt sich um das 18. Treffen dieser Art, das vorherige fand 2008 in Mexiko-Stadt statt. Damals lebten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 33,4 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Zwar ging die Zahl der Aids-bedingten Sterbefälle von 2,2 Millionen 2004 auf zwei Millionen 2008 zurück, doch infizieren sich alljährlich etwa 2,7 Millionen Menschen neu mit den Virus.
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