CDU-Parteitag entscheidet über Hauptschule: Schavan rechnet mit Mehrheit für neues Schulsystem
zuletzt aktualisiert: 14.08.2011 - 13:34Berlin (RPO). Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist davon überzeugt, dass ihr umstrittenes Konzept zur Abschaffung der Hauptschule vom CDU-Bundesparteitag angenommen wird. "Ich rechne mit einer großen Mehrheit für das Papier. Die CDU steht für eine Bildungspolitik, bei der niemand verloren geht", sagte die stellvertretende Parteivorsitzende in einem Interview.
Zu ihrem Konzept sieht Schavan keine Alternativen: "Es gibt eine Alternative zur planmäßigen Weiterentwicklung der Hauptschule. Und die geht so: Irgendwann macht der letzte Schüler das Licht aus", so die Politikerin gegenüber der "Bild am Sonntag".
Die Ministerin sieht in der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule einen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit: "Wir müssen die Hauptschule weiter entwickeln, etwa zu einer Oberschule, in der auch die Realschule aufgehen kann, wenn wir die Zukunftschancen der Jugend wahren wollen und wenn wir nicht wollen, dass jemand verloren geht." Es gehe darum, die Jugendarbeitslosigkeit von derzeit 9,4 Prozent weiter zu senken.
Schavan machte deutlich, dass es ihr nicht um die Abschaffung, sondern eine Fortentwicklung der Hauptschule gehe. "Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass nur noch zwei Prozent der Eltern in Deutschland sich für ihr Kind einen Platz in der Hauptschule wünschen", sagte sie. "In Hessen besuchen gerade einmal 2,5 Prozent der Schüler eine Hauptschule."
Auf dem Bundesparteitag der CDU im November soll Bildung das zentrale Thema sein. In der Partei mehren sich jedoch Forderungen, den Schwerpunkt zu ändern und stattdessen vorrangig über die Euro-Krise zu beraten.
Schavan kritisiert Grundschrift
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich gegen die Einführung einer vereinfachenden Grundschrift anstelle der bisherigen Schreibschrift ausgesprochen. In einem Interview mit "Bild am Sonntag" sagte Schavan zu einem entsprechenden Vorhaben an Hamburger Schulen: "Gerade im Zeitalter von PC und iPad ist die Entwicklung einer persönlichen Schreibschrift etwas Kostbares."
Nicht gelten lassen will die Ministerin das Argument der Befürworter der Grundschrift, dadurch werde es Schülern vereinfacht, schreiben zu lernen: "Kinder möchten gefordert werden, wollen eigene Wege erkunden. Gerade für Kinder ist nicht immer gut, was leicht fällt, sondern vor allem, was interessant ist."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum