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Plagiatsvorwürfe gegen Ministerin: Schavan reicht Stellungnahme an Uni ein

zuletzt aktualisiert: 10.11.2012 - 12:26

Düssseldorf/Berlin (RP). Im Plagiatsverfahren um ihre 1980 an der Universität Düsseldorf verfasste Doktorarbeit, geht Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) nun in die Offensive.

Nach Informationen unserer Redaktion aus dem Umfeld der Ministerin hat Schavan der Heinrich-Heine-Universität in der Landeshauptstadt eine umfassende schriftliche Stellungnahme zukommen lassen, in der sie die Vorwürfe bestreitet und Auskunft darüber gibt, wie sie ihre Arbeit vor 32 Jahren angefertigt hat. Öffentlich wollte sich Schavan zu dem Vorgang nicht äußern.

Angeblich hat sich die CDU-Ministerin in den vergangenen Wochen dazu mit Wissenschaftlern und Juristen beraten. Die Universität Düsseldorf darf zum Stand des Verfahrens keine Auskünfte mehr geben. Schavans Anwälte hatten nach Bekanntwerden eines ersten vertraulichen Gutachtens des Promotionsausschusses, der von einer "leitenden Täuschungsabsicht" Schavans in der Dissertation ausgeht, der Universität alle öffentlichen Äußerungen zum Verfahren untersagt.

Gezielt Fremdtexte eingefügt?

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat noch nicht über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Bekanntwerdens des Gutachtens entschieden. Auszuschließen seien Ermittlungen indes nicht.

In der Doktorarbeit soll Schavan Passagen aus anderen Texten übernommen haben, ohne diese ausreichend zu kennzeichnen. Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität unter Leitung des Judaisten Stefan Rohrbacher war in einem akribischen 75-seitigen Prüfungsbericht offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Ministerin gezielt Fremdtexte eingefügt hatte, ohne diese ausreichend zu kennzeichnen.

Danach waren die Mitglieder des Ausschusses zu einer ersten Würdigung des Prüfungsberichts zusammengekommen. Ergebnisse gab es hingegen nicht. Weitere Sitzungen sollen folgen, bis der Ausschuss zu einer abschließenden Würdigung kommt.

Auch weitere Gutachten zur Arbeit der Ministerin seien denkbar. Das erklärte der Düsseldorfer Uni-Rektor H. Michael Piper, der sich auch bei Schavan für die Indiskretion entschuldigte. Führende deutsche Wissenschaftler und Schavans Doktorvater unterstützten die Ministerin.

Quelle: brö/das/ac
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