Nach Bildungsprotesten: Schavan will Korrekturen bei Hochschulreform
zuletzt aktualisiert: 27.06.2009 - 07:58Osnabrück (RPO). Die jüngsten Bildungsproteste von Studenten und Schülern zeigen offenbar Wirkung: Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat nun Korrekturen bei der Hochschulreform versprochen. Diese sei nicht "überall gelungen", sagte die CDU-Politikerin. Das gelte zum Beispiel für die Vorgabe, den Bachelor-Abschluss in sechs Semestern schaffen zu müssen.
"Da müsse wir nacharbeiten", kritisierte Schavan, so die "Neue Osnabrücker Zeitung". Sie wies den Vorwurf zurück, dass wegen des "verschulten" Studiums Auslandsaufenthalte und Studienortwechsel nicht möglich seien. Die Hochschulen müssten dies nur besser organisieren. "Auch da ist Bewegung dringend nötig. Das werde ich aktiv vorantreiben", sagte Schavan mit Blick auf ein Spitzengespräch am 7. Juli.
Außerdem hat sie bundesweite Selbsttests für angehende Lehrer gefordert. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende nannte diese in Baden-Württemberg schon mögliche Überprüfung eine sehr gute Idee, die andere Länder übernehmen sollten.
"Was hilft es, wenn ein Pädagoge über exzellentes Fachwissen verfügt, nicht aber mit Menschen umgehen kann", sagte Schavan. Die Tests seien ein wichtiger Baustein, die Lehrer zu finden, die selbstständig arbeitende Schulen brauchten. Zudem werde dadurch die Zahl der Studienabbrecher vermindert.
Vorwürfe der SPD, sie sei blind und taub für die Studentenproteste, wies die Ministerin zurück. "Die SPD lenkt ab von eigenem Versagen", sagte Schavan. 1999 habe sie zwar Reformverträge unterzeichnet, dann aber die Hochschulen dem freien Spiel der Kräfte überlassen.
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