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Interview: Schavan: Wir wollen den Atom-Ausstieg

VON EVA QUADBECK FÜHRTE DAS INTERVIEW - zuletzt aktualisiert: 15.03.2011 - 08:35

Berlin (RP). Forschungsministerin Annette Schavan spricht sich im Interview mit unserer Redaktion für einen beschleunigten Umstieg aus der Kernenergie zu erneuerbaren Energien aus.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will ihre Partei in der Schulpolitik auf einen neuen Kurs führen und dem Bund mehr Mitsprache geben.  Foto: dapd, dapd
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will ihre Partei in der Schulpolitik auf einen neuen Kurs führen und dem Bund mehr Mitsprache geben. Foto: dapd, dapd

Werden Sie wegen der Ereignisse in Japan mehr Forschungsaufträge für die Sicherheit von Atomkraftwerken verteilen?

Schavan Ich habe die Nationale Akademie Leopoldina beauftragt, einen Stab an Wissenschaftlern zusammenzustellen. Ich werde mich mit den Wissenschaftlern noch in diesem Monat treffen, um ihre Expertise über die Bewertung der uns alle bewegenden Ereignisse in Japan und zu möglichen Konsequenzen für Deutschland einzuholen. Es geht darum, welche Schwerpunkte wir in der Energieforschung setzen.

Was soll sich in der Forschung konkret ändern?

Schavan Im Mittelpunkt steht bereits der zügige Umbau der Energieversorgung hin zu den erneuerbaren Energien. Wir fragen jetzt: Welche Möglichkeiten gibt es, diesen Prozess zu beschleunigen?

Werden Sie auch stärker im Bereich der erneuerbaren Energien forschen lassen?

Schavan Das ist schon jetzt ein Schwerpunkt, weil die erneuerbaren Energien im Mittelpunkt des Energiekonzepts der Bundesregierung und damit der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland stehen. Dabei spielt zum Beispiel die Erforschung von Speichertechnologien für den Einsatz der Erneuerbaren eine zentrale Rolle.

Was wird am Ende des Moratoriums der Laufzeitverlängerungen stehen?

Schavan Mit dem Moratorium ist verbunden, dass bereits jetzt alte Meiler vom Netz gehen können. Darüber müssen wir mit den Betreibern reden. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Ausstieg aus der Kernenergie zugunsten der erneuerbaren Energien. Wir wollen alle wissenschaftliche Kompetenz einsetzen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Die drei Monate Moratorium können genutzt werden, um aus dem Kreis der Wissenschaft dazu Vorschläge für die weitere Forschung und Entwicklung zu bekommen.

Müssen Sie künftig für eine solche Energiewende auch mehr Geld investieren?

Schavan Wir haben die Mittel für die Energieforschung bereits deutlich erhöht, um in der Energieversorgung von Atomkraft auf Erneuerbare umzusteigen. Nun geht es darum, die Mittel gezielt für den zügigen Umbau einzusetzen. Die Dringlichkeit dafür hat sich verschärft.

Die Grünen treten im Moment auf, als hätten sie schon immer recht gehabt. Können Sie das nachvollziehen?

Schavan Auch die rot-grüne Bundesregierung hat keinen Beschluss gefasst, sofort Kernkraftwerke abzuschalten, sondern Zeiträume dafür vorgesehen. Im Übrigen: Wer den Ausstieg aus der Kernenergie will, kann nicht gleichzeitig den Bau von Überlandleitungen verhindern. Das sage ich vor allem an die Adresse der Opposition: Wenn sie es ernst meint mit dem Ausstieg, muss sie sich an dieser Stelle bewegen.


 
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