Afghanistan: Schlechte Ausrüstung bringt deutsche Soldaten in Lebensgefahr
zuletzt aktualisiert: 19.12.2006 - 11:15Berlin (RPO). Katastrophale Ausrüstungsmängel machen den Afghanistan-Einsatz für die Bundeswehrsoldaten offenbar gefährlicher als nötig. Einem Medienbericht zufolge hätten fast alle Sprengstoffanschläge, bei denen die Zünder per Funk ausgelöst wurden, verhindert werden können - wenn die Fahrzeuge entsprechend ausgestattet gewesen wären.
Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf einen Erfahrungsbericht des zehnten deutschen ISAF-Einsatzkontingents berichtet.
In dem Bericht heißt es der "Welt" zufolge: "Nahezu alle Anschläge hätten bei Einsatz eines Jammer verhindert werden können, da sehr häufig eine Fernzündung durch Einsatz eines Handy- oder Funksignals herbeigeführt wurde." Ein "Jammer" ist ein elektronisches Störgerät, mit dem das Zünden von Sprengsätzen verhindert werden kann. In dem Kontingent-Bericht wird dringend ein "Sofortkauf auf dem freien Markt" verlangt.
Eine "ständig verschärfende Herausforderung" sei auch die abnehmende Lufttransportfähigkeit gewesen, zitiert die "Welt" aus dem Bericht. "Seit Anfang Mai stand für den Raum Kabul kein Lufttransportraum zur schnellen und raumgreifenden Verlegung von Reservekräften zur Verfügung", heißt es. Auch der Abtransport von Verwundeten mit Flugzeugen sei zeitweilig nicht gewährleistet gewesen. Die deutliche Schwächung der Rettungskette habe zu Vertrauensverlusten in der Truppe geführt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum