Dienstwagen-Affäre: Schmidts Fahrer wurde von Dieben betäubt
zuletzt aktualisiert: 29.07.2009 - 13:02Berlin (RPO). Die Dienstwagen-Affäre um Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird immer kurioser: Medienberichten zufolge wurde der Fahrer der Ministerin vor dem Raub des Dienstwagens in Spanien von den Autodieben außer Gefecht gesetzt worden. Die Diebe hätten ihn betäubt, um den Fahrzeugschlüssel aus dessen Hotelzimmer zu entwenden.
Die "Bild"-Zeitung zitiert aus einem Schreiben von Staatssekretär Klaus Theo Schröder an den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Inzwischen ist der gestohlene Wagen in der Nähe von Schmidts Urlaubsort wieder aufgetaucht. "Ich kann bestätigen, der Dienstwagen ist wieder da", bestätigte eine Ministeriumssprecherin. Offenbar habe auch das Interesse der Öffentlichkeit dazu geführt, dass der Mercedes in der Nähe von Schmidts Urlaubsort Alicante aufgefunden werden konnte.
Neue Berechnungen zu Dienstwagen-Einsatz
Dem Bericht zufolge hat das Ministerium in dem Schreiben von Staatssekretär Schröder inzwischen vorgerechnet, dass es trotz weniger Termine auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll gewesen sei, den Wagen vom Fahrer samt Büroausstattung an den Urlaubsort nachfahren zu lassen. Das koste samt Übernachtungen, Mautgebühren, Reisekosten und Kraftstoff insgesamt 3200 Euro. Die Alternative dazu – einen Mitarbeiter mit den Geräten mitfliegen zu lassen, den Fahrer für den Diensttermin einfliegen zu lassen und einen Mietwagen zu nehmen – wäre gut 500 Euro teurer gewesen.
Schmidt will Rede und Antwort stehen
Angesichts der Vorwürfe wegen der Nutzung ihres Dienstwagens im Urlaub will sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) noch am Mittwoch den Fragen dazu stellen. Die Ministerin sei auf dem Weg von Spanien nach Deutschland und werde nach ihrer Rückkehr Stellung beziehen, sagte eine Sprecherin von Schmidt vor Journalisten in Berlin.
Zu Berichten, wonach Schmidt einen Verzicht auf ihren Platz im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erwäge, wollte die Sprecherin sich nicht äußern. Steinmeier will sein so genanntes Schattenkabinett am Donnerstag vorstellen. Alle derzeitigen SPD-Minister im Kabinett sollten eigentlich dem Vernehmen nach dabei sein. Allerdings machte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm deutlich, dass er nicht davon ausgeht, dass die Vorfälle sich auf die aktuelle Zusammensetzung des Kabinetts auswirken.
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