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Generalinspekteur als "Bauernopfer": Schneiderhan ­ - keiner war länger an der Spitze

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 20:41

Berlin (RP). Er konnte ordentlich Zunder geben. Wenn sich der Frust in der Truppe angestaut hatte, sagte Wolfgang Schneiderhan intern auch schon mal dem Minister die Meinung. Leicht schwäbelnd verpackt, kam die Kritik indes nicht ganz so hart rüber.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan (Bild), entlassen.  Foto: ddp, ddp
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan (Bild), entlassen. Foto: ddp, ddp

Sein Hauptcharakterzug war ohnehin, auch in militärisch-politisch schwerer See Ruhe und Überblick zu behalten. Deshalb machte ihn Rudolf Scharping (SPD) zum Generalinspekteur, zum obersten Soldaten der Bundeswehr. Deshalb hielt Peter Struck (SPD) an ihm fest. Deshalb behielt ihn auch Franz Josef Jung (CDU) und verlängerte sogar zwei Mal seine Amtszeit.

Das machte Schneiderhan zum doppelten Rekordträger. Kein Bundeswehrsoldat vor ihm war länger im Dienst. Und keiner seiner 14 Vorgänger an der Spitze des Militärs hielt sich dort so lange wie er: Fast siebeneinhalb Jahre war der Viersterne-General erster Militär-Ansprechpartner für die rot-grüne, die schwarz-rote und nun auch die schwarz-gelbe Regierung ­ und das stets mit politischem "Feeling".

Die lange Zeit hat er weidlich genutzt. Während des Fundamentalumbaus der Bundeswehr von der Heimatverteidigungstruppe zur Einsatzarmee hat er den Posten des Generalinspekteurs auf Kosten der Teilstreitkräfte mächtiger denn je werden lassen, insbesondere über den von ihm geschaffenen Einsatzführungsstab. Das hat ihm nicht nur Freunde gemacht. Aber offenen oder versteckten Attacken konnte er mit schwäbischer Ironie immer wieder die Spitze nehmen. Und bei einem Viertele Rotwein sah die Welt schon wieder friedlicher aus.

Die Brisanz des Feldjägerberichtes über den Luftschlag hat der erfahrene Soldat aber offenbar nicht erkannt oder nicht thematisieren wollen. Dafür übernahm er gestern die Verantwortung. Weil er ohnehin das Ende seiner Amtszeit vor Augen hatte, wirkt sein Abtritt gleichwohl wie ein "Bauernopfer".


 
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