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Altkanzler wirbt für EU-Beitritt: Schröder fordert türkische Schulen in Deutschland

zuletzt aktualisiert: 31.03.2010 - 12:44

Berlin (RPO). Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich nachdrücklich für einen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, Ankara auf dem Weg in die Europäische Union stärker als bisher zu unterstützen. Gleichzeitig lobte er den Vorstoß des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan für deutsch-türkische Schulen.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

"Die Türkei gehört schon jetzt zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt", schrieb Schröder in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. "Und das wirtschaftliche Tempo in der Türkei ist rasant. Diese Chance müssen wir Deutschen nutzen. Deshalb bin ich ein Befürworter der EU-Mitgliedschaft der Türkei."

Das Land habe sich unter der Führung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf einen mutigen Reformweg begeben, schrieb Schröder weiter. Er lobte "die grundlegende Demokratisierung, die Kurdenpolitik ebenso wie den Verständigungsprozess, der mit Armenien begonnen wurde". Deutschland und die EU seien gut beraten, die Türkei dabei zu unterstützen. Eine nationalistische Politik in der Türkei würde das Land isolieren und zurückwerfen und in der Folge die Sicherheit in Europa gefährden, mahnte Schröder.

Schröder begrüßt Vorstoß für türkische Schulen in Deutschland

Der SPD-Politiker begrüßte zugleich den Vorstoß des türkischen Regierungschefs, der sich für die Gründung türkischer Schulen stark gemacht hatte. "Erdogan hat einen guten Vorschlag gemacht. Wir brauchen in unserem Land mehr deutsch-türkische Schulen, denn das hilft nicht nur bei der Integration, sondern es bringt unserem Land auch ein Stück mehr Internationalität." Es sei gut, "dass die Bundeskanzlerin sich nun positiv zu weiteren deutsch-türkischen Schulen geäußert", fügte Schröder hinzu. Merkel hatte sich nach vorheriger Ablehnung bei ihrem Türkei-Besuch Anfang der Woche offen für türkische Schulen in Deutschland gezeigt, solange dies nicht bedeute, dass türkische Schüler das Deutschlernen vernachlässigten.

Quelle: AFP/sdr

 
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