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  Foto: ddp
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Memoiren des Ex-Außenministers: Schröder und Fischer drohten sich mit Rücktritt

zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 - 21:48

Berlin/Hamburg (RPO). Der drohende Irak-Krieg hat das Verhältnis zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Außenminister Joschka Fischer im Winter 2003 an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Wie Fischer nun in seinen Memoiren ausplaudert, drohten sich beide Politiker gegenseitig mit Rücktritt.

Dies schreibt Fischer im zweiten Teil seiner Memoiren, aus denen der "Spiegel" am Samstag vorab zitierte. Der grüne Ex-Außenminister schildert darin, wie er mit dem SPD-Kanzler über die deutsche Haltung zum drohenden Irak-Feldzug der Amerikaner stritt.

So kritisierte Fischer Schröders Aussagen auf einer Wahlveranstaltung, in denen der Sozialdemokrat eine Zustimmung Deutschlands zu einer Kriegsresolution im UN-Sicherheitsrat ausschloss. "Damit war unser Spielraum im Sicherheitsrat auf null reduziert worden", schreibt Fischer in den vorab veröffentlichten Passagen. "Durch die Rede des Kanzlers befanden wir uns in einer Situation des 'Alles oder Nichts', und genau eine solche Lage hatte ich immer vermeiden wollen. Kurzum, ich war bedient, und zwar richtig."

Es folgten in den Tagen danach laut Fischer "verschiedene, längere Vier-Augen-Gespräche" mit Schröder, in denen der Grünen-Politiker seine Furcht vor einer möglichen Isolation der deutschen Regierung im Sicherheitsrat erläuterte. "Sollte Frankreich und vielleicht auch Russland und China auf unserer Seite sein, so hätten wir kein Problem. Was aber, wenn wir mit unserem Nein am Ende allein mit Syrien dastünden?"

Das persönliche Verhältnis der beiden Koalitionäre litt in dieser Zeit erheblich. "Die Fronten zwischen uns verhärteten sich zunehmend", schreibt Fischer laut dem Magazinbericht. Die Folge sei ein "wachsendes Misstrauen" zwischen dem Kanzler und Fischer gewesen.

Quelle: apd/pst

 
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