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Panzer Leopard Panorama ddp 2010
  Foto: RP
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Deutsche Waffenexporte verdoppelt: Second-Hand-Panzer sind der Renner

zuletzt aktualisiert: 15.03.2010 - 13:18

Stockolm (RPO). Der weltweite Handel mit schweren Waffen boomt. Nach einer Studie des Friedensforschungsinstitutes SIPRI stieg der Handel in den vergangenen fünf Jahren um 22 Prozent. Zu den größten Profiteuren zählt Deutschland, das sein Handelsvolumen verdoppelte. Besonders Panzer und U-Boote verkaufen sich gut. Opposition und Wissenschaftler schlagen Alarm. Ein boomender Waffenhandel könnte ganze Erdteile politisch destabilisieren.

Der deutsche Panzer Leopard ist im Ausland sehr beliebt.  Foto: ddp
Der deutsche Panzer Leopard ist im Ausland sehr beliebt. Foto: ddp

Die Zahlen sind erstaunlich. In den Jahren 2005 bis 2009 stiegen deutsche Waffenexporte um 100 Prozent an. Nach den USA und Russland ist Deutschland damit der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Der Anteil am weltweiten Handel liegt bei elf Prozent. Besonders gefragt waren gepanzerte Fahrzeuge und U-Boote. Warum sind deutsche Waffen im Ausland so gefragt? Wer sind die Abnehmer? Und sind die Deals politisch und ethisch vertretbar?

Was exportiert wird: Bei den gepanzerten Fahrzeugen spielt der von Krauss-Maffei entwickelte Panzer Leopard 2  weiterhin eine dominante Rolle. Das Kampfsystem gilt seit seiner ersten Einführung 1979 als solide und aufgrund vieler Adaptionsmöglichkeiten als vielseitig einsetzbar. Besonders dies macht ihn bei ausländischen Armeen beliebt. Der Leopard ist bei fast jeden Bedingungen einsetzbar. Dabei machen gebrauchte Panzer "aus zweiter Hand" das Gros der Verkäufe aus. 

Exportschlager II: U-Boote der Klasse 214. Foto: ddp

Angeführt werden die Exporte jedoch von U-Booten. Deals über Jagd-Boote der Klasse 214 wurden bereits mit Griechenland, Portugal, Südkorea und der Türkei abgeschlossen. Die Technik der Boote, in Deutschland lediglich für den Export vorgesehen, gilt als wegweisend. Mit ihren modernen Brennstoffzellen sind es die leisesten konventionellen Boote der Welt. Die Besatzung kann mehrere Wochen unter Wasser bleiben.    

An wen exportiert wird: In der Türkei und Griechenland sind zwei Nato-Partner die größten Abnehmer deutscher Waffensysteme. 14 Prozent der Ausfuhren gingen an die Regierung in Ankara. 13 Prozent der Ausfuhren wurden an Griechenland geliefert. Die Griechen interessieren sich besonders für das U-Boot 214. Bei dem Geschäft mit den chronisch klammen Griechen kam es bereits zum Streit über die Finanzierung. Schließlich übernahm Athen drei Boote, eines wurde weiterverkauft. Griechenland gehört zu den fünf größten Waffenkäufern der Welt.

Aber auch mit Ländern außerhalb der Nato machen deutsche Firmen gute Geschäfte. Brasilien wird seit 2009 mit 220 gebrauchten Leopard-Panzern beliefert. Auch Chile erhielt 140 Second-Hand-Panzer. Malaysia bekam 2009 zwei Fregatten der Meko-Klasse geliefert. Hersteller ist ThyssenKrupp Marine Systems. Auch Süd-Afrika ist ein wichtiger Handelspartner.

Politische Reaktionen: Friedensforscher sowie Politiker von Linkspartei und Grünen fordern politische Konsequenzen. Die Grünen wollen ein Widerspruchsrecht des Bundestags bei Waffen-Deals. Die Studie zeige, "dass wir in Deutschland eine viel stärkere Rüstungskontrolle und schärfere Kriterien für den Waffenexport brauchen", erklärte die Bundesvorsitzende Claudia Roth im "Kölner Stadt-Anzeiger".

Der Vize-Fraktionschef der Linken, Jan van Aken, nannte das Ergebnis der Studie "grauenvoll" und forderte einen Exportstopp. In Deutschland "darf es keine Arbeitsplätze geben, die darauf beruhen, dass woanders Menschen sterben", sagte van Aken der "Frankfurter Rundschau".

Die Forscher von SIPRI warnen vor einem neuen Wettrüsten. "Staaten, die reich an Ressourcen sind, haben erhebliche Mengen an teuren Kampfflugzeugen erworben", bilanziert Abteilungsleiter Paul Holtom. "Benachbarte Rivalen haben auf diese Anschaffungen mit eigenen Bestellungen reagiert." Ein neues Wettrüsten könne ganze Regionen politisch destabilsieren.

Im Blickpunkt der Forscher gelangt hierbei besonders Südamerika. Auf den Subkontinent wurden in den vergangenen fünf Jahren 150 Prozent mehr Waffen geliefert als zu Beginn des Jahrtausends – deutsche Second-Hand-Panzer inklusive.

Quelle: csi/csr

 
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