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Pressebericht: SED wusste schon im Oktober von Mauerfall

zuletzt aktualisiert: 04.10.2009 - 10:58

Berlin (RPO). Die SED-Spitze der DDR hat einem Pressebericht zufolge schon Wochen vor dem Mauerfall im November 1989 eine Grenzöffnung angedeutet und sich vom West-Berliner Senat beraten lassen.

SED-Politbüromitglied Günter Schabowski habe dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Momper (SPD), schon am 29. Oktober 1989 angedeutet, dass der Fall der Mauer bevorstehe, berichtete die Berliner "Tageszeitung" (Taz).

Der damalige Leiter der West-Berliner Senatskanzlei, Dieter Schröder, sagte der "Taz", er habe deshalb Schabowski darauf hingewiesen, dass eine derart großzügige Reiseregelung mit den wenigen Grenzübergängen nicht funktionieren werde. Vor allem im Nahverkehrsnetz müssten mehr Durchgänge zur Verfügung stehen. "Sie müssen was tun! Das gibt sonst ein furchtbares Gedränge", sagte Schröder nach eigenen Angaben zu Schabowski. "Daraufhin sagte er zu mir: 'Das habe ich noch gar nicht gewusst. Können Sie mir das einmal aufschreiben.'"

Schröder ließ dem Politbüromitglied nach eigenen Angaben anschließend eine Liste mit Vorschlägen für zusätzliche Grenzübergänge auf inoffiziellem Weg zukommen. Das ungewohnt unbürokratische Vorgehen habe dazu geführt, dass der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) die genehmigte Liste mit den neuen Grenzübergängen schon am Tag nach dem Mauerfall vor dem Rathaus Schöneberg unter dem Jubel der Menge verlesen konnte.

Auf West-Berliner Seite kümmerte sich dem Bericht zufolge eine Task-Force bereits Tage vor dem 9. November darum, die Stadt auf die Öffnung der Grenze einzustellen. Eine Gruppe Beamte habe etwa dafür gesorgt, dass U- und S-Bahnen den zu erwartenden Ansturm der Massen bewältigen konnten und das Begrüßungsgeld von 100 D-Mark pro Kopf ausgegeben werden konnte, berichtete die "Taz" unter Berufung auf Zeitzeugen sowie Akten der Verwaltung.

Quelle: AFP/sdr

 
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