Gezerre um CSU-Vorsitz: Seehofer in Gunst der Bayern gesunken
VON REINHOLD MICHELS - zuletzt aktualisiert: 02.08.2007 - 10:32München (RP). Die Mehrheit der Bayern hält Horst Seehofer für den CSU-Vorsitz für ungeeignet. Nur noch 28 Prozent sehen laut einer neuen Forsa-Umfrage den Bundeslandwirtschaftsminister am besten geeignet für das Parteiamt. Vor einem Monat betrug die Zustimmung noch 42 Prozent.
32 Prozent der Bayern sehen in Erwin Huber den besten Kandidaten. Auf Rang drei liegt die Fürther Landrätin Gabriele Pauli mit 24 Prozent.
In der CSU wächst die Spannung, wer vom christsozialen Parteitag am 28. und 29. September in München als Sieger nach Hause fährt: Der Favorit des künftigen Ministerpräsidenten und jetzigen Innenministers Günther Beckstein, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, oder doch - infolge eines fulminanten Endspurts - Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer.Dass die dritte Kandidatin, Landrätin Gabriele Pauli, Nachfolgerin von CSU-Chef Edmund Stoiber wird, gilt in Bayern als völlig ausgeschlossen. Nachdem Pauli ihre Kandidatur um den CSU-Vorsitz angemeldet hatte, gab es Stimmen, die vorhersagten, dies werde eher Seehofer als Huber schaden.
Ähnlich wie die Fränkin Pauli ziele auch der Oberbayer Seehoferauf die Unzufriedenen in der Volkspartei CSU. Da jedoch Pauli lediglich Zustimmung im einprozentigen Bereich zugetraut werden, stünde sie Seehofer nur minimal im Wege.
Heikler ist für den 58-jährigen Bundesminister und - seit kurzem - vierfachen Vater die Sache mit der Ex-Geliebten Annette Fröhlich (33). Sie war für Seehofer nach dessen Aussage mehr als eine Affäre. Dennoch hat er sich gegen sie und für seine Ehefrau Karin entschieden. Annette Fröhlich hatte sich seit Bekanntwerden ihrer Liebesgeschichte äußerst zurückgehalten. Jetzt, wo ihre und Horst Seehofers Tochter Anna Felicia Eva Margarethe gesund auf der Welt ist, ging die hübsche junge Mutter mit ihrem Baby an die Öffentlichkeit.
Was sie sagte und zeigte, zeugte von Stolz und Mutterglück; aber auch dies schimmert in der „Bunten“ durch: Die von Seehofer sitzen gelassene Mutter ist verletzt über das Verhalten des Mannes, der zuerst seine Partei und hernach erst sie über seine Entscheidung für die Ehefrau und die drei ehelichen Kinder informiert habe. Und das per Telefon. Seehofer kümmere sich auf seine Weise, setzt die junge Mutter hinzu, und löst das Rätsel mit einem Schuss Bitternis auf: indem er SMS sende.
In der CSU heißt es, diese neue Drehung des Seehofer’schen „Ehefrau-Kind-Geliebten-Karussells“ werde die tausend Parteitags-Delegierten nicht zusätzlich beeinflussen. Wer der Meinung sei, die private Lebensführung spiele eine Rolle beim Vorsitzenden einer „C“-Partei, stehe ohnehin seit Monaten fest im Anti-Seehofer-Lager. Wer die Meinung vertrete, man sollte strikt Privates vom Politischem trennen, werde nicht per se für Seehofer stimmen, vielmehr abwägen, ob mit ihm oder mit Huber mehr Staat im Freistaat zu machen sei.
Annette Fröhlich, die seit Jahren CSU-Mitglied ist, schließt indem „Bunte“-Interview ihre Teilnahme an dem für Seehofers Karriere so wichtigen Parteitag übrigens keinesfalls aus. „Warum nicht. Ich war auch früher dort. Das ist doch eine spannende Veranstaltung“, sagt sie. Schon allein die Rede Gabriele Paulis werde sicher lohnenswert.
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